Berlin – Dieser Werbe-Slogan ist 2,5 Millionen Euro wert!
„Wir suchen Terroristen (m/w/d) – Finde sie mit uns.“ So wirbt der Bundesnachrichtendienst (BND) auf Plakaten um Nachwuchs-Spione. Jetzt wurde der doppeldeutige Claim als Deutschlands beste Plakatkampagne mit dem „Best 18/1 Award“ ausgezeichnet.
BND-Sprecher Martin Heinemann(49): „Das ist echt ein Kracher. Einmal ein Erfolg, über den wir auch sprechen dürfen. Gerade für unsere Mitarbeiter, die ihr Gesicht nie zeigen dürfen, freut mich das.“
Der „Best 18/1 Award“ wird seit 18 Jahren von der nach eigenen Angaben unabhängigen Kölner Außenwerbe-Agentur ASS Werbe GmbH vergeben. Für das Siegerplakat gibt es 10 000 Euro in bar – und deutschlandweite Gratis-Werbung im Wert von 2,5 Millionen Euro.
Dieses Jahr gingen über 400 Bewerber ins Rennen, von Nutella, über Iglo bis zum BND. Eine Jury wählte vorab die zehn kreativsten Plakate aus. Schließlich wurde per deutschlandweitem Live-Voting die „Terroristensuche“ zur besten Kampagne gekürt.
BND sucht auch IT-Spezialisten, Wissenschaftler und Köche
Die ungewöhnliche Imagekampagne des Geheimdienstes mit Slogans wie „Stell Dir vor, Du wirst vom BND gesucht“, oder „Schreibtisch in Berlin – Operationen weltweit“ hat offenbar nicht nur bei der Jury gezündet. Der Nachrichtendienst mit weltweit 6500 Mitarbeitern kämpft seit Jahren mit Nachwuchs-Problemen. Gesucht werden IT-Spezialisten, Naturwissenschaftler, Analysten aber auch Köche oder Lkw-Fahrer.
Viele Interessenten schrecke aber das aufwendige Bewerbungsverfahren ab, hieß es. Denn allein die Sicherheitsüberprüfung dauert mindestens sechs Monate. BND-Sprecher Heinemann: „Seit der Kampagne haben wir mehrere Tausend Bewerbungen bekommen. Mehr als doppelt so viele als sonst.“
Die Werbeagentur bleibt streng geheim
Welche Werbeagentur den Sieger-Claim erfunden hat, ist allerdings top secret. „Auch aus Sicherheitsgründen für den BND und die Werbee“, sagt Heinemann. Zudem unterliegt der Geheimdienst einem Referenz-Verbot. Heißt: Weil er eine Bundesbehörde ist, darf er die Agentur nicht nennen. Denn das wäre ja auch wiederum Werbung …