Port Moresby – Gewaltausbruch im Inselstaat Papua-Neuguinea! Nach UN-Angaben wurden bei Stammeskämpfen zwischen illegalen Bergleuten bis zu 50 Menschen getötet.
Bereits seit Jahren eskaliert der Konflikt zwischen rivalisierenden Bergleuten verschiedener Stämme. Hintergrund sind zumeist Streitigkeiten um Land- und Schürfrechte. Die aktuellen Gewaltausbrüche begannen vor etlichen Tagen. Zentrum der Auseinandersetzungen ist das Gebiet rund um eine Goldmine im Porgera-Tal.
„Die Kämpfe gehen weiter“
Mate Bagossy, bei den Vereinten Nationen als Berater für Papua-Neuguinea tätig, sagte: „Uns wurde bestätigt, dass mindestens 20 Menschen getötet wurden, aber nach letzten Informationen, die ich erhalten habe, sind es wahrscheinlich bis zu 50 Menschen.“ Ein Ende der Gewaltspirale sei nicht in Sicht: „Die Kämpfe gehen weiter.“ Bagossy zufolge sollen Sicherheitskräfte in der Region eingerückt sein. Rund 5000 Menschen sind aus der Region geflohen, berichtet die Plattform „Asiapacificreport“.
Polizeipräsident David Manning sagte, bereits am Samstag sei der Notstand ausgerufen worden. Die Polizei wurde mobilisiert, um Bewohner und Infrastruktur zu schützen. Manning zufolge würden illegale Bergleute und Siedler die alteingesessenen Landbesitzer und örtliche Gemeinden zunehmend terrorisieren.
Papst fordert Ende der Gewalt
Die nahegelegene Goldmine New Porgera hat aufgrund der Gewaltexzesse den Betrieb größtenteils eingestellt. James McTiernan, Geschäftsführer der Goldmine, sagte: „Die Eskalation in den letzten hat viele unserer Mitarbeiter getroffen. Häuser wurden zerstört, Familienangehörige und Freunde verletzt oder getötet, die Menschen konnten vor Angst nicht schlafen“. Und weiter: „Ich bin unendlich traurig und hoffe, dass die Regierung bald den Frieden im Tal wiederherstellen wird.“
Auch Papst Franziskus hatte bei seinem jüngsten Besuch in dem mehrheitlich christlichen Land (rund 12 Millionen Einwohnern) zu einem Ende der Gewalt aufgerufen.
In unmittelbarer Nähe der Goldmine hatte sich Ende Mai ein verheerender Erdrutsch ereignet, bei dem mehr als 2000 Menschen ums Leben kamen.