Palermo (Italien) – Am 19. August versank die „Bayesian“ in einem Sturm vor Sizilien. Sieben Menschen starben, darunter der britische Milliardär Mike Lynch (†59) und seine Tochter Hannah (†18). Italienische Behörden fordern jetzt eine strenge Bewachung des Schiffes. Grund: Auf der gesunkenen Luxusjacht sollen sich wasserdichte Tresore mit sensiblen Geheimdienst-Daten befinden!
Die italienische Staatsanwaltschaft vermutet, dass die hochsensiblen Daten an Bord der 35 Millionen Dollar teuren Superjacht mit mehreren westlichen Geheimdiensten in Verbindung stehen. Das geht angeblich aus Informationen von vier Quellen hervor, die mit den Ermittlungen der Bergungsaktion vertraut sind, berichtet der Sender CNN.
Taucher untersuchten Wrack mit ferngesteuerten Kameras
Spezialtaucher, die das Wrack der „Bayesian“ mit ferngesteuerten Kameras intensiv untersucht haben, äußerten demnach die Befürchtung, dass die in den Tresoren befindlichen Daten für ausländische Regierungen von höchstem Interesse sein könnten.
▶︎ Fakt ist: Mike Lynch stand über seine verschiedenen Unternehmen – darunter das Cybersicherheitsunternehmen „Darktrace“ – mit britischen, amerikanischen und anderen Geheimdiensten in Verbindung. Lynch war zudem Berater der britischen Premierminister David Cameron und Theresa May in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Cybersicherheit.
Die 56 Meter lange „Bayesian“ liegt in rund 50 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund. Die wasserdichten Tresore sollen zwei superverschlüsselte Festplatten mit streng geheimen Passwörtern und weiteres sensibles Datenmaterial enthalten. Das sagte ein mit den Bergungsplänen vertrauter Beamter, der anonym bleiben wollte, gegenüber CNN.
Ursprünglich war befürchtet worden, dass potenzielle Diebe versuchen könnten, teuren Schmuck und andere Wertgegenstände zu stehlen, die ebenfalls in dem Wrack vermutet werden. Nun besteht die große Sorge, dass auch ausländische Regierungen – darunter Russland und China – versuchen könnten, an die Tresore mit den Daten zu gelangen.
Die Zeit drängt! In der kommenden Woche soll die „Bayesian“ geborgen werden. Bis dahin soll das Wrack angeblich unter strenger Beobachtung stehen. Ein Beamter der sizilianischen Zivilschutzbehörde sagte CNN: „Ein formeller Antrag auf zusätzliche Bewachung des Wracks, bis es gehoben werden kann, wurde angenommen und umgesetzt.“