Es ist wieder so weit: Nach vier Jahren Amtszeit von Joe Biden findet 2024 die 60. Präsidentschaftswahl in den USA statt.

Alles entscheidet sich am 5. November 2024 und die ganze Welt fiebert dem politischen Event entgegen!

Alles, was Sie über die bevorstehende US-Wahl 2024 wissen müssen, lesen Sie hier.

Das Wahlsystem

Die US-Wähler können nur indirekt darüber abstimmen, wer der nächste Präsident wird.

Ihre Stimme bestimmen über die Zusammensetzung des Wahlkollegiums („Electoral College“), das dann den Präsidenten wählt. In 48 der 50 Bundesstaaten funktioniert das so: Der Kandidat, der sich eine Mehrheit sichern kann, bekommt alle Stimmen der Wahlleute zugesprochen.

Einzig in den beiden kleinen Bundesstaaten Nebraska und Maine werden die Stimmen der Wahlleute annähernd proportional vergeben.

Wichtige Termine bei der Wahl 2024

  • 6. März 2024: „Super Tuesday“
  • 28. Juni 2024: TV-Duell zwischen Trump und Biden in Atlanta
  • 10. September 2024: TV-Duell zwischen Trump und Harris
  • 1. Oktober 2024: TV-Duell zwischen Vize-Kandidaten J.D. Vance und Tim Walz
  • 5. November 2024: US-Wahl
  • 17. Dezember 2024: Abstimmung der Wahlleute (41 Tage nach der Wahl)
  • 6. Januar 2025: Stimmauszählung US-Kongress
  • 20. Januar 2025: Amtseinführung

Was hat es mit den Wahlleuten auf sich?

Die Anzahl der Wahlleute eines Bundesstaats entspricht der von dort entsandten Zahl der US-Senatoren und Kongressabgeordneten. Das orientiert sich in etwa an der Einwohnerzahl des jeweiligen Bundesstaats.

Die Wahlleute stimmen dann einige Wochen nach der Präsidentenwahl ab, dieses Jahr am 16. Dezember. Sie richten sich dabei nach dem Ergebnis in ihrem Bundesstaat – in vielen Staaten droht den Wahlmännern und Wahlfrauen sonst eine Strafe.

Um Präsident zu werden, muss ein Kandidat mindestens die Stimmen von 270 Wahlleuten gewinnen. Das offizielle Ergebnis wird dann erst am 6. Januar 2025 im Kongress bekannt gegeben.

Wegen des indirekten Wahlsystems ist es möglich, dass ein Kandidat die meisten Direktstimmen bekommt, die Wahl aber trotzdem verliert. Das war zum Beispiel 2016 der Fall. Damals stimmten mehr Amerikaner für Hillary Clinton, Donald Trump konnte sich aber durch die von ihm gewonnenen Bundesstaaten die Mehrheit der Wahlleute sichern.

Warum findet die Wahl an einem Dienstag statt?

Seit 1845 ist der Wahltag gesetzlich als der Dienstag nach dem ersten Montag im November festgelegt. Dieser Wahltag ist ein normaler Arbeitstag.

Dass er auf einen Dienstag im November fällt, hat historische Gründe. Im 19. Jahrhundert lebten die meisten Amerikaner noch von der Landwirtschaft. Im Frühjahr und Sommer waren viele Bauern damit beschäftigt, ihre Felder zu bestellen. Hingegen im November war die Erntezeit in den meisten Gebieten vorüber, das Klima dennoch mild genug, um mit Pferdegespann oder zu Fuß Reisen zum nächstgelegenen Wahllokal anzutreten. Der Sonntag kam weder für die Anreise noch für die Wahl infrage, denn da ging man in die Kirche.

Was und wann ist der „Super Tuesday“?

Der „Super Tuesday“ fand 2024 bereits am 5. März statt und ist nur einer von zahlreichen Vorwahlterminen. Diese begannen am 16. Januar in Iowa und haben sich bis Anfang Juni 2024 hingezogen. Um als Präsidentschaftskandidat der Partei nominiert zu werden, benötigen Bewerberinnen und Bewerber der Demokraten mindestens 1968 Delegierte, während bei den Republikanern mindestens 1215 Stimmen erforderlich sind.

Am „Super Tuesday“ 2024 ging es um insgesamt 1651 Delegiertenstimmen der Demokraten und 836 Delegiertenstimmen der Republikaner. Donald Trump konnte sich bereits 995 Delegiertenstimmen sichern, weshalb er derzeit der aussichtsreichste Kandidat für die Präsidentschaft ist.

Wer darf in den USA wählen?

Wahlberechtigt ist zunächst jeder der rund 330 Millionen US-Bürger, der mindestens 18 Jahre alt ist. Das sind gut 233 Millionen Menschen. Ausgeschlossen sind Bewohner von US-Außengebieten wie Puerto Rico. In den meisten Bundesstaaten dürfen zudem Häftlinge und Menschen, die wegen einer schweren Straftat verurteilt wurden, nicht wählen. Das betrifft einer Bürgerrechtsgruppe zufolge rund sechs Millionen Menschen.

Alle anderen Bürger müssen sich vor der Abstimmung zuerst beim zuständigen Wahlamt registrieren lassen. 2016 gab es rund 214 Millionen eingetragene Wähler, von denen 140 Millionen abstimmten.

Wieso ist die Wahlbeteiligung oft eher gering?

Im historischen Verlauf zeigt sich, dass die Wahlbeteiligung höher lag, je kontroverser der Wahlkampf ablief. Als es 2012 um Barack Obamas Wiederwahl ging, stimmten nur knapp 55 Prozent ab. Nach dem polarisierenden Wahlkampf 2016 wählten 63 Prozent der Stimmberechtigten.

Auf welche Bundesstaaten kommt es besonders an?

Florida gilt als besonders ausschlaggebend: Mit 29 Wahlleuten ist es einer der wichtigsten, umkämpften Staaten. Dahinter folgen die Bundesstaaten, die mal für einen Republikaner und mal für einen Demokraten stimmen, sogenannte „Battleground States“. Dazu gehören die Staaten Pennsylvania mit 20 Stimmen und Ohio mit 18 Stimmen. Ebenso wie Michigan, Wisconsin und Minnesota, die insgesamt 36 Stimmen zählen.

Ob es Harris gelingt, im Staat Texas zu überzeugen, wird sich zeigen. Der große Staat mit 36 Stimmen geht seit Jahrzehnten an Republikaner.

Viele andere Staaten sind kaum umkämpft. Staaten an der Westküste sind für die Demokraten nahezu sicher, darunter Kalifornien, Oregon und Washington. Auch im Nordosten gibt es Staaten, die als sicher gelten, darunter New York, New Jersey, Connecticut, Massachusetts, Rhode Island, Delaware und Maryland.

Die Republikaner schneiden dafür in der Regel im Zentrum des Landes stark ab, darunter im Mittleren Westen sowie im Süden. Sie gewinnen in der Regel Staaten wie Montana, Kansas, Oklahoma, Missouri, Tennessee, Kentucky, West Virginia, Arkansas, Alabama, Louisiana, Mississippi und South Carolina.

Wieso ist die Präsidentenwahl so wichtig?

Kein Amt in der westlichen Welt kann wohl der Machtfülle des US-Präsidenten das Wasser reichen. Er vereint die Funktionen des Staats- und Regierungschefs sowie des Oberbefehlshabers der Streitkräfte. Er hat in der Außenpolitik weitestgehend freie Hand. Auch in vielen anderen Politikbereichen – von Militäreinsätzen bis hin zur Verhängung zur Regulierung von Einwanderung und Umweltschutz – kann der Präsident sehr viel entscheiden.

Dazu kann er über Verfügungen, sogenannte „executive orders“, zumindest zeitweise auch in Politikbereiche eingreifen, die sonst der gesetzgeberischen Funktion des Parlaments vorbehalten sind. Für Maßnahmen, die Geld kosten oder Gesetze verändern sollen, braucht er aber den Kongress.

Die Bedeutung der Briefwahlen

Der zeitliche Rahmen der Briefwahl in den USA variiert je nach Bundesstaat. Einige Staaten ermöglichen die Beantragung und Rücksendung der Briefwahlunterlagen bereits Wochen vor dem eigentlichen Wahltag. Bei der US-Präsidentschaftswahl 2020 spielte die Briefwahl aufgrund der Corona-Pandemie eine bedeutende Rolle. Viele Wähler entschieden sich dafür, um das Risiko einer Ansteckung zu umgehen.

Der genaue Prozentsatz der Briefwähler variierte je nach Bundesstaat, da die Wahlverantwortlichkeiten in den USA auf Bundesstaats- und teilweise auf lokaler Ebene liegen. Insgesamt machten die Briefwahlstimmen im Jahr 2020 landesweit etwa 46 Prozent aller abgegebenen Stimmen aus, was im Vergleich zu vorherigen Wahlen eine erheblich hohe Zahl war.

Wann ist mit dem Wahlergebnis zu rechnen?

Am 5. November 2024 finden die Präsidentschaftswahlen der USA statt, gefolgt von den Abstimmungen der Wahlleute am 16. Dezember. Danach steht fest, wer die nächsten vier Jahre als Präsident amtiert. Die Amtseinführung des neuen Präsidenten wird „Inauguration Day“ genannt. Dieser findet am 20. Januar 2025 statt.

Zusätzlich werden die 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses und 34 von 100 Senatoren gewählt. Die Amtseinführung des neuen Präsidenten findet am 20. Januar 2025 statt, dem sogenannten Inauguration Day.

Etwa zwei Wochen zuvor, am 6. Januar 2025, wird die Stimmauszählung im US-Kongress stattfinden. Bei der letzten Wahl 2020 kam es zu einem Angriff auf das US-Kapitol, nach einer Rede von dem damaligen Präsidenten Donald Trump. Fünf Menschen verloren dabei ihr Leben, Hunderte wurden verletzt.

Wer gibt das Wahlergebnis bekannt?

Es gibt in den USA keine Wahlbehörde, die zeitnah die Ergebnisse für das ganze Land bekannt geben würde. Resultate werden nach und nach vor Ort – also in Wahllokalen, Bezirken und Bundesstaaten – bekannt gegeben. Eine wichtige Rolle kommt daher großen US-Medien zu, die örtliche Ergebnisse zusammentragen und diese teils mit anderen Daten kombinieren, um zu prognostizieren, wer eine Wahl gewonnen hat. Als sehr verlässlich gelten die von der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ermittelten Ergebnisse.

Worüber wird am 5. November noch abgestimmt?

Zeitgleich mit der Präsidentenwahl wird auch über die Zusammensetzung des US-Kongresses abgestimmt. Zur Wahl stehen alle 435 Mandate im Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel der 100 Sitze im Senat.