Welschbillig (Rheinland-Pfalz) – Ein Treibstofftank des über neun Tonnen schweren F16-Kampfjets liegt keinen Meter entfernt vom Radweg. Hier schlug das Flugzeugteil mit hoher Geschwindigkeit auf. Denn der Pilot des Jets musste seine Tanks bei einem Trainingsflug wegen eines Notfalls abwerfen!

„Man macht sich da schon Gedanken, was passiert wäre, wenn die Tanks in bewohntes Gebiet oder auf ein Haus oder auf Menschen drauf gefallen wären. Das wäre eine Katastrophe gewesen“, sagt Wilhelm Ziewers im SWR. Er wohnt im Örtchen Kyll, das nur ein paar Kilometer Luftlinie vom Fundort der abgeworfenen Treibstofftanks entfernt liegt.

Kampfjetpilot kam von der US-Airbase in Spangdalehm

Der Pilot des F16-Jets (macht bis zu 2100 Kilometer pro Stunde) war von der US Airbase Spangdahlem in Rheinland-Pfalz nahe der Ortschaft Kyll gestartet. Am Donnerstag gegen 17.30 Uhr meldete er einen Notfall während des Fluges.

An Bord des Flugzeugs habe es eine Triebwerksstörung gegeben, erklärte die Airbase später. Daher habe der Kampfjetpilot die zwei leeren Treibstofftanks über einem Wald bei Kyll (Gemeinde Welschbillig) abgeworfen, um Gewicht zu verlieren.

Abgeworfene Tanks mit Lkw weggeschafft

Stundenlang suchten Angehörige des Luftwaffenstützpunkts mit Unterstützung der Polizei das Waldgebiet in der Eifel ab. Der eine Tank wurde Freitag dann direkt neben dem Radweg gefunden, der andere in der Nähe im Wald. Die Airbase teilte in einer ersten Mitteilung mit, man gehe nicht davon aus, dass es Gefahren oder Umweltprobleme gäbe, da die Tanks leer waren. Der Pilot konnte den Jet unverletzt auf dem Stützpunkt landen. Die Tanks wurden mit Lastwagen weggeschafft.

Anwohner: „Sehr beängstigend“

Über dem Gebiet der Gemeinde Welschbillig, zu der mehrere Ortschaften gehören, liegen die Trainingsstrecken der Piloten der Kampfflugzeuge. Einige Anwohner sind besorgt nach dem Unfall. „Es ist sehr beängstigend. Die Tanks hätten auch am Dorfrand runterkommen können“, sagt Matthias Schmitt.

Die F-16-Kampfjetstaffel auf der Air Base Spangdahlem (Eifelkreis Bitburg-Prüm) hat mehr als 20 Flugzeuge. Die Staffel unterstützt weltweit Einsätze der US Air Force und der NATO. Derzeit gehören dem Stützpunkt rund 5000 Mitglieder der US Army an.