Döbeln (Sachsen) – Wollte ein rechtsextremes Mitglied des Stadtrats die CSD-Teilnehmer mit einer Buttersäure-Attacke verletzen?

Unter dem Motto „Bunte Flaggen gegen braune Politik!“ wurde am Samstag in Döbeln (Sachsen) zum dritten Mal der Christopher Street Day (CSD) gefeiert.

Buttersäure am Hauptbahnhof gefunden

Bereits ab 10.50 Uhr trafen sich erste Teilnehmer der Gegendemo am Hauptbahnhof. Noch bevor der CSD dort startete, stießen Polizisten auf eine übel riechende Flüssigkeit – vermutlich Buttersäure.

„Es wurde eine Anzeige wegen Sachbeschädigung in Verbindung mit versuchter gefährlicher Körperverletzung aufgenommen“, teilte die Polizei in der Bilanz am Abend mit.

Stadtrat der Freien Sachsen im Verdacht

Der ursprünglich geplante Versammlungsleiter (37) der Gegendemo wurde in der Nacht auf Samstag in der Innenstadt von Döbeln mit seinem Transporter kontrolliert. Dabei fiel Beamten der Geruch aus dem Fahrzeug auf – Substanzen fanden sie jedoch nicht.

„Ein Zusammenhang wird nun geprüft. Wegen des Straftatverdachts fungierte letztlich ein anderer Versammlungsleiter bei der Gegendemonstration“, heißt es weiter. Wie der MDR berichtet, soll es sich bei dem 37-Jährigen um einen Stadtrat der rechtsextremen Kleinstpartei Freie Sachsen handeln.

Polizei mit Großaufgebot im Einsatz

Gegen 14.10 Uhr begann der CSD schließlich mit einer Kundgebung sowie einem Aufzug durch die Stadt. Gegen 18 Uhr wurde die Versammlung am Wettinplatz beendet. Die Polizei zählte etwa 650 Teilnehmer in der Spitze.

An der Gegendemo beteiligten sich demnach in der Spitze rund 200 Personen. Der Aufzug fand mit einem deutlichen Abstand von etwa 200 Metern zum CSD-Zug statt.

U. a. wurden zwei Straftaten wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gegen zwei Jugendliche (14, 15) aufgenommen. Sie zeigten den Hitlergruß, wurden dafür von der Versammlung ausgeschlossen und des Platzes verwiesen.

Die Polizei war am Samstag in Döbeln mit insgesamt rund 180 Beamten, darunter auch Bereitschafts- und Bundespolizisten, im Einsatz.