Das Wort „Migrationshintergrund“ soll auf den Index kommen. Im neuen Jugendbericht des Bundessozialministeriums von Lisa Paus (56, Grüne) fordern die Autoren den Ausdruck nicht mehr zu verwenden (BILD berichtete).
Dafür bekommt die Bundesministerin jetzt harte Worte von ihrer bayerischen Amtskollegin zu hören.
▶ ︎Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf (54, CSU) sagt gegenüber BILD: „Wir brauchen keine Sprachpolizei. Das ist es, was die Menschen wütend macht.“
„Ideologie der Ampel ist für mich nicht mehr zu ertragen“
Die Autoren des Jugendberichts hatten ihre Forderung damit begründet, dass das Wort Kinder nicht-deutscher Eltern von „biodeutschen“ Kindern abgrenze und sie über einen Kamm schere.
Scharf empört: „Die Ideologie der Ampel ist für mich nicht mehr zu ertragen. Das ist Realitätsverweigerung und ein schwerer Schaden für unsere Demokratie. Die rechten Ränder werden gestärkt.“ Den Vorschlag, auf das Wort „Migrationshintergrund“ zu verzichten, nennt Scharf ein „Hirngespinst“, mit dem nichts erreicht würde. „Wir müssen Probleme lösen“, fordert Scharf. „Nur so entsteht neues Vertrauen.“
Der Jugendbericht des Sozialministeriums unter Leitung der Grünen wendet sich mit dem Vorschlag sogar gegen bundeseigene Behörden.
Das Statistische Bundesamt, das dem Innenministerium untergeordnet ist, gibt auf seiner Seite eine ganz offizielle Definition des Begriffes. Eine Person habe einen Migrationshintergrund, „wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde“, lautet die amtliche Beschreibung.