Dresden – Das Brücken-Desaster von der Elbe – am 11. September war die marode DDR-Carolabrücke in Dresden eingestürzt. Nun ist klar: die Bergung der Trümmer und der Abriss des zerstörten Brückenzuges soll mehr als 11 Wochen dauern. Doch das ist nur der erste von drei Brückenzügen.
Wann die Abbruch-Arbeiten starten, ist laut Stadtverwaltung noch unklar. Der Elbe-Pegel liegt bei 5,49 Meter (20. September 2024, 12 Uhr). Erst bei einem Pegel von 4,50 Meter kann auf der Altstädter Seite begonnen werden, das Hochwasser sinkt jedoch langsam.
Das wird als Erstes gemacht
Im Bereich des Terrassenufers soll eine „Kiesaufschüttung“ erfolgen, so Dresdens Brücken-Chef Holger Kalbe (54). So soll eine 110-kV-Stromleitung und ein Abwassersammler geschützt werden, wenn Teile des maroden Brückenzuges C (Straßenbahntrasse mit Fuß- und Radweg) abgerissen werden und darauf stürzen könnten.
Straße zu Elbe-Teil geplant
„Was in der Elbe liegt, das bereitet uns große Probleme“, so Kalbe. Denn hier kommt man nur schwer ran. Erst bei einem Elbe-Pegel von 2,30 Meter kann eine Baustraße zum abgestürzten Teil gelegt werden. Dann sollen Bagger auf die Absturzbrücke im Wasser fahren und sie schrittweise „wegknabbern“.
„Der Wasserstand ist unser ständiges Risiko“, betont Dresden Straßenamtschefin Simone Prüfer (59). Steigt der Pegel über 2,30 Meter, müssen die Baustellen gestoppt werden. Läuft alles nach Plan, soll nach der Altstädter die Neustädter Seite folgen. In 11 Wochen könnte laut Stadtverwaltung die Absturzbrücke verschwunden sein.
Unklar ist derweil, wann die Elbe wieder einen Normal-Pegel erreicht.
Terrassenufer lange gesperrt
An eine Freigabe des gesperrten Terassenufers für den Verkehr – die Straße führt direkt unter der Carolabrücke durch – sei laut Prüfer in diesem Jahr nicht mehr zu denken. Auch die Schifffahrt muss sich gedulden. Erst wenn klar ist, wie es mit den verbliebenen Brückenzügen A und B weitergeht, kann hier entschieden werden.
Nach Abriss könnte der nächste Abriss folgen
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (52, FDP) schloss zuletzt einen Erhalt der Brückenteile A und B nicht aus. Gerade laufen dazu Prüfungen. Doch Straßenamtschefin Prüfer macht deutlich, dass Brückenzug B wohl nicht zu erhalten sein. Er war mit dem eingestürzten Teil verbunden und ist stark verzogen.
Was aus Zug A wird, ist weiter unklar. Insider glauben jedoch nicht an eine Freigabe. Denn niemand kann garantieren, dass die Brücke tatsächlich hält.