Hamburg hat sein Volksparkstadion, es gibt Volksfeste, die Volks- und Raiffeisenbank und Volkswagen. Und Dresden hat den „Volkspark Briesnitz“ – noch! Denn plötzlich stößt sich die Verwaltung an der Bezeichnung „Volkspark“.

Dessen Geschichte im Dresdner Westen geht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Damals gab es hier zunächst Gehöfte, später Weinbau, dann wurde ein Lindenhain gepflanzt. In den 1920er-Jahren wurde das Areal von der Stadt Dresden erworben und zum „Volkspark Briesnitz“ umgestaltet.

Nach dem Krieg allerdings mussten Teile des Parks weichen. In die Nachbarschaft zogen das Theater der Jungen Generation samt Werkstattgebäuden und ein Kindergarten ein. Vorher wurde auch noch eine Hauptverkehrsstraße mitten hindurchgezogen.

Der Volkspark geriet in Vergessenheit – bis in die 90er-Jahre. Eine Bürgerinitiative setzte sich für die Wiederherstellung der Anlage ein – mit Erfolg.

Bis 2027 werde „das geschichtsträchtige Areal des ehemaligen Volksparks für alle Anwohnerinnen und Anwohner und Gästen des Stadtteils wieder attraktiv ins Bewusstsein rücken und zum Erholen und für Spiel und Sport zur Verfügung stehen“, so die Stadt.

Kosten: 2 Millionen Euro. Eine entsprechende Beschlussvorlage gab das Rathaus jetzt an den Dresdner Stadtrat – zum Absegnen und zur Finanzierung „der Sanierung des ehemaligen Werkstattgebäudes und für die Herstellung des ‚Briesnitzer Park Nord‘.“

Diese Bezeichnung machte einige Stadträte stutzig. „Briesnitzer Park Nord? Das habe ich noch nie gehört“, wundert sich CDU-Stadtrat Mirko Göhler und forschte nach. Die verblüffende Antwort liefert die Stadtverwaltung selbst in der Beschlussbegründung.

„Nicht mehr zeitgemäß“

Dort heißt es: „Da die Volksparkbezeichnung nicht mehr zeitgemäß erscheint, wird die neu herzustellende Parkanlage ‚Briesnitzer Park Nord‘ benannt“.

Volkspark nicht mehr zeitgemäß? Stadtrat Göhler ist fassungslos. „Ungefragt maßt sich die Stadtverwaltung an, als Sprachpolizei aufzutreten und möchte den Volkspark Briesnitz umbenennen! Das ist völlig inakzeptabel!“, so der CDU-Abgeordnete.

Seine Fraktion hat deshalb beantragt, den alten Namen Volkspark Briesnitz beizubehalten. Die endgültige Abstimmung ist für den 21. November vorgesehen.