Jena/Eisenach (Thüringen) – Die Justiz holt zum nächsten Schlag gegen die rechtsextreme Vereinigung „Knockout 51“ aus!

Wie der Generalbundesanwalt am Donnerstag mitteilte, wurde bereits am 6. September 2024 am Thüringer Oberlandesgericht Anklage gegen zwei mutmaßliche Mitglieder und einen Unterstützer der gewaltbereiten Kampfsportgruppe aus Eisenach (Thüringen) erhoben.

Die Vorwürfe richten sich demnach gegen die bereits am 14. Dezember 2023 festgenommen Kevin N., Marvin W. und den NPD-Politiker Patrick Wieschke (43), welcher der Gruppierung das Eisenacher „Flieder Volkshaus“ als Treff und Waffenlager zur Verfügung gestellt haben soll. N. und W. sitzen in U-Haft, Patrick W. wurde am 18. April entlassen.

„Knockout 51“-Gründer Kevin N. angeklagt

Kevin N. galt lange als Vorzeige-Schläger, soll „Knockout 51“ im März 2019 gegründet und junge, gewaltbereite und nationalistisch gesinnte Männer angeworben und für körperliche Auseinandersetzungen gegen Ausländer, Linke und Drogendealer ausgebildet haben. Der inzwischen in Erfurt wohnhafte N. ist auch Mitglied der Vereinigung „Jungsturm Erfurt“.

Laut Bundesanwaltschaft ging es Anfangs noch um Körperverletzung. Spätestens seit April 2021 wurde aber auch auf die Tötung politischer Gegner gezielt. So plante „Knockout 51“ im September 2021 einen tödlichen Angriff auf Linksextremisten, der jedoch nicht stattfand.

Revision nach Urteil vom 1. Juli gegen vier Neonazis erwartet

Bereits am 1. Juli wurden die vier „Knockout 51“-Schläger um Rädelsführer Leon R., Bastian A., Maximilian A. und Eric K. vom Thüringer Oberlandesgericht zu Haftstrafen zwischen zwei Jahren und zwei Monaten bis hin zu knapp vier Jahren verurteilt. Die Bundesanwaltschaft kündigte wegen der niedrigen Strafen an, in Revision zu gehen.

Momentan ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Gera in der Sache: Thüringer Polizeibeamte stehen unter Verdacht, geschützte Informationen an die Neonazis weitergegeben zu haben.