Der weltberühmte Maler und Bildhauer Georg Baselitz ist tot. Er starb im Alter von 88 Jahren, wie die unter Berufung auf das Umfeld des Künstlers und der unter Verweis auf sein Atelier übereinstimmend berichten.
Baselitz wurde 1938 unter dem Namen Hans-Georg Kern im sächsischen Deutschbaselitz als Sohn eines Lehrerehepaars geboren. Seinen
späteren Künstlernamen entlehnte er seinem Geburtsort. Ab 1956 studierte er an
der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Ostberlin, musste diese aber nach zwei Semestern wieder verlassen. 1958 siedelte er nach Westberlin über.
International berühmt mit großformatigen, kopfüber stehenden Gemälden
Als Markenzeichen des Künstlers galten großformatige, auf den Kopf gestellte Gemälde. Stilistisch bewegte er sich zwischen dem vor allem in sozialistischen Ländern gelehrten Realismus und der informell-abstrakten Malerei des Westens. Als einen seiner Vorbilder bezeichnete er den US-Maler Jackson Pollock.
Viele von Baselitz‘ Werken wurden als Protest gegen den kleinbürgerlichen westdeutschen Alltag verstanden, vor allem seine Gemälde sowie die ab den 1960er Jahren entstandene und besonders umfangreiche Sammlung seiner Zeichnungen.
Die Werke des Künstlers sorgten wiederholt für Provokationen. So hat sich Baselitz‘ Bekanntheitsgrad stark gesteigert, als 1963 zwei seiner mit sexueller Symbolik beladenen Gemälde – mit überdimensionalem Penis und das Gemälde , das einen Jungen beim Onanieren zeigt – aus einer Ausstellung in einer Berliner Galerie beschlagnahmt wurden. Ein Gerichtsverfahren gegen Baselitz wurde später eingestellt.
Einer der erfolgreichsten deutschen Künstler der vergangenen Jahrzehnte
Nach seinem internationalen Durchbruch Anfang der 1980er Jahre gehörte Baselitz neben Gerhard Richter und Anselm Kiefer zu den international bekanntesten und kommerziell erfolgreichsten deutschen Malern und wurde mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter eine Ehrenprofessur der Royal Academy of Arts in London, das vom japanischen Kaiserhaus verliehene Praemium Imperiale und die Aufnahme in die französische Ehrenlegion.
Zudem war Baselitz unter anderem Mitglied in der Akademie der Künste Berlin, der Pariser Académie des Beaux-Arts und der französischen Akademie der bildenden Künste. Als Professor lehrte er zeitweise an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und der Universität der Künste Berlin.
