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Irans Sicherheitschef Laridschani bei israelischen Angriffen getötet

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat den Tod des iranischen Sicherheitsratschefs Ali Laridschani bekannt gegeben. Laridschani sei bei einem Luftangriff in der Nacht in Teheran getötet worden, sagte Katz. Laridschani war Generalsekretär des Sicherheitsrats und in den vergangenen Monaten zu einer
zentralen Figur im iranischen Machtapparat aufgestiegen. Eine
Bestätigung von iranischer Seite gab es zunächst nicht.

Bei dem Luftangriff sind laut Katz auch der Chef der mächtigen,
für die innere Sicherheit zuständigen Basidsch-Miliz im Iran,
Gholamresa Soleimani, sowie dessen Stellvertreter, Rassem Koreischi, getötet worden. Die Tötung Soleimanis hatte Israels Armee bereits kurz zuvor bestätigt.

Die Basidsch-Miliz wurde nach der Islamischen
Revolution 1979 gegründet und rekrutiert sich aus jungen Teilen der Gesellschaft. Sie ist Teil der mächtigen Revolutionsgarde, ihr sollen
mehrere Hunderttausend systemtreue Anhänger angehören. In der Vergangenheit spielte die Miliz eine führende Rolle ⁠bei der
Niederschlagung von Massenprotesten.

Auch Laridschani
hatte nach US-Angaben während der jüngsten Protestwelle im Iran als
einer der ersten Regierungsvertreter zu Gewalt gegen Demonstranten
aufgerufen. Tausende Menschen waren dabei Anfang des Jahres von iranischen Einsatzkräften getötet worden.

Laridschani war einer der wichtigsten Krisenmanager des Landes

In seiner Funktion als Generalsekretär des obersten Nationalen Sicherheitsrats vermittelte Laridschani seit August 2025 zwischen dem Sicherheitsrat, dem Büro des Revolutionsführers, den Streitkräften und den Revolutionsgarden. Der 67-jährige Konservative zählte zu den wichtigsten Krisenmanagern des Landes, insbesondere seit dem Tod des Revolutionsführers Ali Chamenei, der bei Angriffen der USA und Israels getötet worden war. Ihm hatte Laridschani lange als Berater zur Seite gestanden. Laridschani
galt als Pragmatiker und hegte Ambitionen auf das Präsidentenamt. Für
die Wahl 2024 wurde er jedoch vom mächtigen Wächterrat, einem
Kontrollgremium, disqualifiziert.

Der Sicherheitsrat befasst sich mit Fragen der nationalen Sicherheit,
der Landesverteidigung sowie dem Schutz der Islamischen Revolution.
Neben dem Präsidenten als Vorsitzendem gehören dem Gremium mit rund
einem Dutzend Mitgliedern mehrere Minister und Generale an. Der
Generalsekretär ist Gesandter des obersten Führers. Der Rat kann
Entscheidungen treffen, ohne das Parlament einzubeziehen, die nach
Zustimmung des Religionsführers endgültig sind. Ein wiederkehrendes
Thema ist das iranische Atomprogramm.

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