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Internationale Energieagentur gibt 400 Millionen Barrel Öl frei

Um den hohen Energiepreisen entgegenzuwirken, gibt die
Internationale Energieagentur (IEA) 400 Millionen Barrel Öl aus den Notfallreserven ihrer Mitgliedsländer für den Markt frei. ​Das teilte sie in Paris mit. Es handele sich
um die größte Freigabe in der Geschichte der Organisation, die 32 Mitgliedsstaaten
hätten dem Schritt einstimmig zugestimmt.

Die Freigabe soll für einen je nach Land angebrachten
Zeitraum gelten, teilte die IEA mit. Einige Länder würden zudem weitere
Notmaßnahmen treffen. „Die Herausforderungen auf dem Ölmarkt, denen wir
gegenüberstehen, sind in ihrem Ausmaß beispiellos“, zitierte die IEA ihren Chef
Fatih Birol. Er sei deshalb über die Maßnahme im Rekordumfang froh. Ölmärkte
seien global. Deshalb müsse auch die Antwort auf große Störungen global sein.

Zuvor hatte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) den
Schritt angekündigt
. Die bisherige Höchstmenge von 182 Millionen
Barrel, die zu Beginn des
Ukrainekriegs freigegeben wurden, wird nun deutlich übertroffen. Dem

zufolge sollen 19,5 Millionen davon aus der deutschen Reserve kommen.
Reiche hatte zudem angekündigt, dass Tankstellen künftig nur noch einmal
am Tag ihre Spritpreise erhöhen dürfen.

USA erwägen ebenfalls Freigabe

Die Regierung in Großbritannien teilte mit, sich mit 13,5
Millionen Barrel zu beteiligen. Auch die USA erwägen eine Beteiligung. US-Innenminister Doug Burgum sagte dem Sender Fox News, es sei der
„perfekte Zeitpunkt, um über eine Teilfreigabe nachzudenken, um etwas
Druck von den Weltmarktpreisen zu nehmen“. Weiter sagte Burgum: „Für solche Momente sind diese Reserven da.“ Es gehe im Irankrieg nicht um einen Energiemangel, sondern um ein
„vorübergehendes Transportproblem“, womit er auf die Blockade der
Straße von Hormus anspielte.

Der Krieg im Nahen Osten beeinträchtigt die
Energiemärkte stark. Der Transport von Energierohstoffen aus den Förderregionen
am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormus ist praktisch zum
Erliegen gekommen. Berichte über angeblich vom Iran in der Straße von Hormus
verlegte Seeminen befeuerten zuletzt noch Sorgen um die Sicherheit der internationalen
Energieversorgung.

Zwar waren am Montag und Dienstag die Ölpreise zuletzt zurückgegangen. An diesem Mittwochmorgen wurden für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent jedoch 92,31
Dollar gezahlt und damit wieder über fünf Prozent mehr als am Vortag.

Fünfmal gab es bisher koordinierte Freigaben

Um auf Krisen vorbereitet zu sein, müssen alle
32 IEA-Mitglieder von Österreich bis Südkorea Notreserven anlegen. Insgesamt
verfügen sie über Reserven in Höhe von 1,2 Milliarden Barrel (je 159 Liter) und
600 Millionen Barrel an Industrievorräten. Dass zu einer gemeinsamen Freigabe von
Reserven gegriffen wird, ist selten. Von der kurzfristigen Aktivierung
zusätzlicher Produktionskapazitäten hin zur Aussetzung von Qualitätsstandards
listet die IEA etliche weitere Maßnahmen, um auf Engpässe zu reagieren.

Seit Gründung der IEA Mitte der 1970er-Jahre als Reaktion
auf die damalige Ölkrise wurden fünfmal in koordinierter Weise Reserven
freigegeben. Anlass waren der Golfkrieg 1990/91, die von den Hurrikans Katrina
und Rita 2005 angerichteten Schäden in den USA sowie der Ausfall libyscher
Ölexporte im Jahr 2011. Zuletzt wurden 2022 wegen des Ukrainekriegs nationale
Ölreserven freigegeben.

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