Deutsch

AfD-Jugend in NRW ist rechtsextremistischer Verdachtsfall

Die neu gegründete AfD-Jugendorganisation in Nordrhein-Westfalen ist vom Landesverfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft worden. Das teilte das Landesinnenministerium mit.

Im Kern handele es sich beim NRW-Verband der Generation Deutschland (GD NRW) um die Vorgängerorganisation nur mit neuem Namen, sagte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU). „Wer glaubt, mit der Generation Deutschland hätte sich was geändert, täuscht sich“, sagte Reul.

Es bestünden „gewichtige Anhaltspunkte“ dafür, dass es sich bei der Generation Deutschland NRW de facto um eine Fortführung des Personenzusammenschlusses Junge Alternative NRW (JA NRW) handele, der sich im März 2025 formell aufgelöst hatte. Auch die Junge Alternative NRW war vom Landesverfassungsschutz 2023 als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft worden. Es gebe eine hohe personelle Kontinuität. Die Äußerungen der führenden Köpfe deuten zudem daraufhin hin, dass die Agenda der Vorgängerorganisation weiter verfolgt werde.

Vorsitzender der Generation Deutschland in NRW ist Luca Hofrath. Er wird dem extrem rechten Rand zugeordnet und bekam beim Gründungsparteitag in Iserlohn eine breite Mehrheit. Dem WDR zufolge ist Hofrath Teil des Lagers um den rechtsextremen Bundestagsabgeordneten Matthias
Helferich aus Dortmund, der wegen rassistischer und völkischer Aussagen im vergangenen Sommer aus der Partei ausgeschlossen worden war.

Anzeichen für verfassungsfeindliche Bestrebungen

Laut dem NRW-Verfassungsschutzgesetz besteht bei Vorliegen von tatsächlichen Anhaltspunkten für den Verdacht auf verfassungsfeindliche Bestrebungen die gesetzliche Pflicht zur Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Diese Voraussetzungen seien wie bei der Vorgängerorganisation auch bei der Generation Deutschland NRW gegeben.

Die Einstufung der Junge Alternative als
rechtsextremistischer Verdachtsfall hatte der NRW-Verfassungsschutz
seinerzeit damit begründet, dass der Landesverband ideologisch auf einen
Kurs eingeschwenkt sei, der durch ein „völkisch-ethnisches
Volksverständnis und Fremdenfeindlichkeit“ geprägt gewesen sei
.
Insbesondere sei es darum gegangen, Menschen mit Migrationsbiografie und
Muslime auszugrenzen und verächtlich zu machen.

Die Junge Alternative hatte sich im Frühjahr
2025 bundesweit aufgelöst
, 2023 war sie vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert
rechtsextremistisch eingestuft worden. Die Nachfolgeorganisation Generation Deutschland ist sehr viel enger an die AfD angebunden und hat nach eigenem Bekunden bundesweit mehr als 2.100 Mitglieder.

Mehr lesen