Bei einer Krisensitzung zur Berlinale ist nach Angaben der Bundesregierung keine Entscheidung über die Zukunft von Intendantin Tricia Tuttle getroffen worden. „Heute Morgen fand eine Aufsichtsratssitzung der KBB GmbH im Kanzleramt statt. Thema war die Berlinale“, sagte ein Sprecher von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (CDU). „Die Gespräche über die Ausrichtung der Berlinale werden in den kommenden Tagen zwischen der Intendantin, Tricia Tuttle, und dem Aufsichtsratsgremium fortgesetzt“, fügte er hinzu.
Während der diesjährigen Berlinale hatte es mehrfach Debatten zum Nahostkonflikt gegeben. Mehrere internationale Filmschaffende, darunter Tilda Swinton und Javier Bardem, warfen der Berlinale in einem offenen Brief vor, sich im Gazakrieg nicht an die Seite der Palästinenser zu stellen. Indes sorgte die Rede des syrisch-palästinensischen Regisseurs Abdallah Alkhatib in Deutschland für Aufsehen. Dieser hatte während der Preisverleihung der deutschen Regierung vorgeworfen, sie sei Partner „des Völkermords im Gazastreifen“. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) verließ daraufhin den Saal.
