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Südkoreas Ex-Präsident Yoon zu lebenslanger Haft verurteilt

Der südkoreanische Ex-Präsident Yoon Suk Yeol ist wegen Aufruhrs und Amtsmissbrauchs schuldiggesprochen worden. Ein Gericht verurteilte ihn zu lebenslanger Haft. Hintergrund ist die Verhängung des Kriegsrechts durch Yoon im Dezember 2024.

Zuvor hatten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch ein unabhängiger Sonderermittler die Todesstrafe für den ehemaligen südkoreanischen Präsidenten gefordert. Wie das zentrale Bezirksgericht Seoul Mitte Januar mitteilte, beantragte das Team um den Ermittler Cho Eun Suk bei einer Anhörung die Todesstrafe wegen Rebellion.

In Südkorea wurde zuletzt im Jahr 2016 die Todesstrafe gegen einen Angeklagten verhängt. Allerdings wurde die Strafe in dem Land seit 1997 nicht mehr vollstreckt.

Yoon verhängte das Kriegsrecht

Yoon hatte am 3. Dezember 2024 überraschend das Kriegsrecht verhängt und sein Land damit in eine tiefe politische Krise gestürzt. Er behauptete, das Parlament sei voller Krimineller und „staatsfeindlicher Kräfte“. Daraufhin wurde das Gebäude vom Militär umstellt. Allerdings gelangten genügend Abgeordnete in den Plenarsaal, um Yoons Dekret abzulehnen.

Das Kriegsrecht wurde nach wenigen Stunden wieder aufgehoben und ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten eingeleitet. Im April 2025 wurde der 65-Jährige schließlich vom Verfassungsgericht seines Amtes enthoben.

Yoon hatte vor Gericht die Vorwürfe gegen ihn wiederholt zurückgewiesen und argumentiert, es habe im Rahmen seiner Befugnisse als Präsident gelegen, das Kriegsrecht zu verhängen. Ziel der Maßnahme sei gewesen, Alarm zu schlagen angesichts der Behinderung der Regierungsarbeit durch die Oppositionsparteien.

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