Die US-Skirennfahrerin Lindsey Vonn hat sich bei ihrem heftigen Sturz in der Olympiaabfahrt einen komplizierten Schienbeinbruch zugezogen. Das teilte sie knapp 36 Stunden nach dem Unfall auf Instagram mit. Um die Verletzung zu behandeln, seien mehrere Operationen nötig. „Gestern ist mein Olympiatraum nicht so geendet, wie ich es mir erträumt hatte. Es war kein Ende wie im Bilderbuch oder im Märchen, sondern einfach das Leben“, schrieb die 41-Jährige. Italienische Nachrichtenagenturen hatten zuvor von einer Operation am linken Bein berichtet.
Vonn betonte, dass ihr Sturz nichts mit früheren Verletzungen und dem Kreuzbandriss im linken Knie zu tun gehabt habe, den sie sich nach eigenen Angaben gut eine Woche vorher bei einem Sturz in Crans-Montana zugezogen hatte. „Ich bereue nichts, auch wenn der gestrige Tag nicht so verlief, wie ich es mir erhofft hatte, und trotz der starken Schmerzen, die er verursachte“, schrieb sie. „Ich wusste auch, dass ein Rennen riskant ist. Es war und wird immer ein unglaublich gefährlicher Sport bleiben.“
„Wahrer Charakter zeigt sich in den schweren Momenten“
Vonn wird möglicherweise noch einige Tage im Krankenhaus Ospedale Ca‘ Foncello in Treviso bleiben müssen. Sie wurde dort bereits ein zweites Mal operiert, wie die Klinik am Montag der italienischen Nachrichtenagentur Ansa bestätigte. Vonn selbst wird von Mitarbeitern des US-Teams abgeschirmt.
Vonns Trainer Aksel Lund Svindal richtete sich auf Instagram an Lindsey Vonn. „Lindsey, du bist unglaublich mutig“, schrieb der norwegische Abfahrtsolympiasieger von 2018. „Du inspirierst die Menschen, die deinen Weg verfolgen – und uns, die jeden Tag eng mit dir zusammenarbeiten.“ In seiner Nachricht lobte Svindal auch die Reaktion von Vonn auf den Olympiasieg von Teamkollegin Breezy Johnson, die nur 0,04 Sekunden schneller war als die deutsche Emma Aicher. „Sagt Breezy Glückwunsch und gute Arbeit“, habe Vonn vor ihrem Abtransport ins Krankenhaus als die wichtigste Botschaft ausrichten lassen. „Wahrer Charakter zeigt sich in den schweren Momenten.“
Auch Johan Eliasch, Präsident des Ski- und Snowboard-Weltverbandes, äußerte sich erneut zu dem Fall. „Es war tragisch, besonders wenn man all die harte Arbeit bedenkt, die sie über Jahre hinweg in die Vorbereitung auf dieses Rennen gesteckt hat – bis hin zu gestern“, sagte er in Bormio. „Auch das ist etwas, das zum Skirennsport gehört. Es ist ein gefährlicher Sport.“
Verpasstes Happy End
Die US-Amerikanerin war jahrelang der Popstar unter den olympischen Abfahrerinnen. Neben ihrem Olympiasieg 2010 gewann sie zwei weitere Medaillen bei Winterspielen und insgesamt achtmal Edelmetall bei Weltmeisterschaften – darunter zweimal Gold. Darüber hinaus gewann sie 84 Weltcup-Rennen. Die letzten zwei davon gelangen ihr in dieser Saison und damit nach ihrem Comeback 2024.
Auf ihrer Lieblingsstrecke in Cortina hatte sie für die Olympischen Winterspiele 2026 eigentlich ein großes Happy End ihrer Karriere angepeilt.
