Skistar Lindsey Vonn ist bei der Abfahrt der Frauen bei den Olympischen Winterspielen schwer gestürzt. Die US-Amerikanerin kam schon im Anfangsteil der Strecke zu Fall und überschlug sich. Ein Hubschrauber brachte die 41-Jährige per Seilwinde von der Strecke. Eine Diagnose nach ihrem Sturz gab es zunächst nicht.
Vonn hakte bei einem Sprung mit dem Arm an einem Tor ein und verlor in der Folge die Kontrolle, während sie sich in der Luft befand. Sie schlug heftig auf der Piste auf. Das Rennen wurde vorübergehend unterbrochen.
„Ich habe gleich weggeschaut“
Die Sportlerin hatte eigenen Angaben zufolge kurz vor den Spielen in Mailand und
Cortina einen Kreuzbandriss erlitten – wollte aber trotzdem die
Goldmedaille holen. „Ich weiß, dass die Chancen aufgrund meines Alters, meines fehlenden
Kreuzbandes und meines Titanknies gegen mich stehen – aber ich weiß
auch, dass ich trotzdem daran glaube“, teilte sie vor dem Rennen auf Instagram mit. Sie fuhr mit einer Teilprothese im rechten Knie, das
linke Knie mit dem Kreuzbandriss wurde von einer Schiene gestützt. Im
zweiten Winter nach ihrem Comeback galt Vonn als beste Abfahrerin der
Saison.
„Sie hat das Risiko oben definitiv schon genommen. Das war die Angst, die ich hatte, dass sie für dieses eine Rennen so versucht, übers Limit drüber zu gehen“, sagte Ex-Profi Felix Neureuther in der ARD. „Wenn du so schwer verletzt warst und auch ohne Kreuzband fährst, musst du auch mental über dich hinauswachsen, dass du eine Chance hast“, sagte er weiter. „Ich habe gleich weggeschaut“, sagte die beste
deutsche Rennfahrerin Emma Aicher. Sie hoffe, dass Vonn nichts Schlimmeres passiert sei. Auch der offizielle X-Account der Olympischen Spiele zeigte Anteilnahme nach dem Sturz und sprach Vonn gute Besserung aus.
Vonns Familie dankbar für Unterstützung
„Das war definitiv das Letzte, was wir sehen wollten“, sagte Vonns
Schwester Karin Kildow beim Streaminganbieter Peacock. Vonn gebe immer
110 Prozent, niemals weniger. „Ich weiß, dass sie ihr ganzes Herzblut
hineingesteckt hat, und manchmal passieren eben solche Dinge. Es ist ein
sehr gefährlicher Sport“, sagte Kildow weiter. Die Familie freue sich darüber, „dass alle ihr die Daumen drücken“ und sei dankbar für die Unterstützung.
Vonn hatte der ZEIT im Dezember ein Interview gegeben. Darin sprach sie über ihre Rückkehr als Skirennfahrerin angesichts der Olympischen Winterspiele sowie über ihre Knieprothese. Sie hatte ihre Karriere im Februar 2019 nach mehreren Stürzen und einem zerstörten Kreuzband beenden müssen, kam aber noch mal zurück.
