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Fifa-Chef Infantino zeigt sich offen für Ende von Russlandsperre

Gianni Infantino will es russischen Fußballteams ermöglichen, wieder an internationalen Wettbewerben teilzunehmen. „Oh, auf jeden Fall. Das müssen wir. Ja … zumindest auf Jugendebene“, antwortete der Präsident des Weltfußballverbands Fifa auf die Frage in einem Interview des britischen Senders Sky, ob die Fifa ihr Verbot aufheben sollte. „Dieses Verbot hat nichts gebracht. Es hat nur zu mehr Frustration und Hass geführt“, sagte Infantino.

Kurz nach Russlands Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 hatten die Fifa und die europäische Fußballunion Uefa ihre laufenden Wettbewerbe für russische Teilnehmer gesperrt. Formal geschah dies jedoch nicht als Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine, sondern aufgrund der Gefährdung der „Integrität des Wettbewerbs“, wie es in der fußballpolitischen Sprache heißt.

Zulassung russischer U17-Teams 2023 an Boykottdrohungen gescheitert

Bereits im April 2025 hatte sich Infantino offen für eine Rückkehr Russlands gezeigt – in Zusammenhang mit einem Kriegsende. „Während die Friedensgespräche in der Ukraine weitergehen, hoffe ich, dass wir bald zur nächsten Phase übergehen und Russland wieder in die Fußballwelt zurückholen können, denn das würde bedeuten, dass alles gelöst ist“, hatte Infantino beim Uefa-Kongress in Belgrad gesagt.

Mit Blick auf Jugendmannschaften hatte Infantino schon zuvor für eine Aufhebung der Sperre geworben. 2023 hatten Fifa und Uefa russische U17-Teams zunächst wieder für internationale Wettbewerbe zugelassen. Daraufhin kündigten mehrere europäische Verbände – darunter nicht der DFB – einen Boykott an. Schließlich verwarfen Fifa und Uefa ihre Pläne wieder.

Im Dezember 2025 bestätigte der Fifa-Rat, dass russische Teams an U15-Turnieren teilnehmen dürfen. Der Fußball-Weltverband folgte dabei der Empfehlung des Olympischen Komitees IOC. Es hatte sich kurz zuvor für eine „uneingeschränkte“ Rückkehr russischer Teams bei internationalen Jugendwettbewerben starkgemacht.

Putins Freundschaftsorden für Infantino

Russlands Männernationalmannschaft bestreitet auch weiterhin Länderspiele abseits großer Turniere und wird in der offiziellen Fifa-Weltrangliste auf Platz 36 geführt. Das gilt auch für die russische Frauenauswahl, die an 28. Stelle der Fifa-Weltrangliste steht.

Während der Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland hatten Menschenrechtler die Einschränkungen der Meinungsfreiheit und Verhaftungen von Oppositionellen kritisiert. Unterdessen schwärmte Infantino, die Welt habe sich in Russland verliebt. Ein Jahr später verlieh Putin dem Schweizer einen Freundschaftsorden.