Schock in den USA nach dem zweiten Anschlagsversuch gegen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump (78). Ein Agent des Secret Service sah bei einer Golfrunde des Republikaners in West Palm Beach (Florida) einen Gewehrlauf im Gebüsch und feuerte. Der Angreifer Wesley Ryan Routh (58) wurde verhaftet.
Nun kam raus: Der Attentäter Routh lauerte zuvor zwölf (!) Stunden im Busch des Golfclubs, auf dem er Trump mit einem AK-47-Maschinengewehr töten wollte. Das ging aus am Montag freigegebenen Gerichtsunterlagen hervor.
Dass Trump, diesmal unverletzt und wieder nur knapp dem Tod entrann, wirft Fragen auf!
War der Secret-Service-Schutz ausreichend?
Anschlagsversuch Mitte Juli in Butler (Pennsylvania) war Trumps Personenschutz verstärkt worden. Aber trotzdem, binnen 64 Tagen, kam ein schwer bewaffneter Schütze „bis auf 400 Meter an ihn heran“, wie Republikaner-Abgeordnete Elise Stefanik (40) beklagte. Laut Experten hätte auch das Areal vor dem Resort-Zaun gesichert werden müssen. Doch dafür fehlt den Personenschützern die Personalstärke. Örtliche Polizeikräfte wurden aber nicht hinzugezogen.
Woher wusste der Attentäter von Trumps Golfplänen?
Dass Trump gern am Wochenende Golf nahe seines Mar-a-Lago-Zuhauses spielt, ist bekannt – seine Ankunft im „Trump International Golf Course“ in einem Wagenkonvoi dabei auffällig. Es wird spekuliert, dass Routh das Gelände observierte und nach Trumps Ankunft in Stellung ging. Trumps Golfrunde am Sonntag wurde jedenfalls nicht öffentlich kolportiert. Prompt kursieren auch wilde Theorien über eine breitere Verschwörung gegen Trump, bei der dem Schützen Infos zugespielt worden sein könnten.
Was waren die Motive des Schützen?
Social-Media-Postings deuten auf politischen Hass: Routh, ein aus North Carolina stammender, in Hawaii lebender Bauarbeiter, hatte 2016 Trump gewählt, doch ihn zuletzt als „Gefahr für die Demokratie“ gesehen, ein Echo der Warnungen von Demokraten-Kandidatin Kamala Harris (59). Riesig schien Rouths Wut auch über Russlands Angriffskrieg in der Ukraine.
Er wollte für das Kriegsland „sterben“, rief via Social Media afghanische Kämpfer auf, Kiew an den Fronten zu helfen. Seine Nachbarn in Hawaii hatten Angst vor dem vorbestraften Sonderling. „Der wirkt verrückt“, sagte einer. Auf seinem Pickup-Truck klebte ein alter „Biden-Harris“-Wahlkampfsticker.
Wie konnte die Tragödie verhindert werden?
Trump verdankt einem Mitglied des „Secret Service“ wohl sein Leben: Denn jemand in der Vorhut, die immer ein Golfloch vor ihm die Lage überprüfte, entdeckte Sonntag um 13.30 Uhr einen Gewehrlauf und ein Zielfernrohr aus dem Zaun ragen. Es wurden Schüsse abgefeuert, Trump umgehend in Sicherheit gebracht. Wenn sich dort jemand im Gebüsch versteckt, ist das „sehr schwer zu sehen“, lobte Sheriff Ric Bradshaw das Erspähen der Gefahr. Trump bedankte sich bei seinen Leibwächtern. Und sagte kämpferisch: „Ich werde mich niemals ergeben!“