Deggendorf – Noch immer beschäftigt die peinliche Flucht von Kopf-ab-Killer Mo­hamed S. (24) am 8. August die bayerische Justiz: Am Montag zog der verantwortli­che Bezirk Niederbayern ers­te Konsequenzen und sus­pendierte den Forensik-Chef­arzt Dr. Johannes Schwerdt­ner!

„Er ist vorerst bis zum 31.12.2024 vom Dienst frei­gestellt“, sagte Sprecherin Katrin Landes. Zuvor war be­reits die Therapeutin, die den Freigang von S. befürwortete und dafür nur drei weibliche Begleitpersonen einteilte, versetzt worden.

Der hochgefährliche Tot­schläger Mohamed S. entkam beim Be­such des Disney-Films „Alles steht Kopf 2“, war acht Stunden auf der Flucht, bevor 100 Poli­zisten ihn wieder festnehmen konnten. Es war bereits sein zweiter Fluchtver­such nach 2021. Wenige Wochen nach­dem S. seinen Mitbewohner enthauptet hat­te, versuchte er, die Hochsicherheits-Station des Bezirks­klinikums Mainkofen in einem Essens­wagen zu ver­lassen.

BILD-Recherchen deckten auf, dass die Kin­der-Vorstellung neben dem Killer auch noch zwei weitere Patienten aus dem geschlos­senen Vollzug besuchten – auch ein Insasse mit diagnostizier­ter Pädophilie.

Dr. Schwerdtner erklärte, dass von den Pati­enten zwar „keine Gefahr für die Sicherheit Dritter bei be­gleiteten Ausgängen zu er­warten gewesen“ sei. Er gibt aber zu: „Es war mehr als unpassend, dass ein von Kindern besuchter Kinofilm gewählt wurde. Ich bedauere es zutiefst.“

Inzwischen hat sich das Kino in Plattling Patienten-Besu­che aus Mainkofen verbeten. Auch der Bezirk kündigte be­reits an, dass es dies bis auf Weiteres nicht mehr geben werde. Nachdem kurz darauf auch noch vier Psycho-Täter aus dem BKH Straubing flie­hen konnten, ordnete Bay­erns Sozialministern Ulrike Scharf (56, CSU) für alle Psychiatrien in Bayern eine Geisellagen-Schulung an.