Dresden – Was rollt da auf uns zu? Die Hochwasser-Katastrophe in Tschechien und Polen wird in den kommenden Tagen auch in Deutschland zu spüren sein. Sofern die Flut vor allem über die Elbe abfließt.
Schon jetzt steht der Hochwasser-Pegel in Schöna (Sachsen) an der tschechischen Grenze bei mehr als 5,60 Meter (Warnstufe 2), am Dienstag wird erwartet, dass der Fluss bis über 7,50 Meter steigt, damit Warnstufe 4 erreicht. Diese Stufe bedeutet Gefahr für Leib und Leben, Dämme können aufweichen oder überspült werden.
Der Landkreis Sächsische-Schweiz-Osterzgebirge in Pirna teilte mit, dass ab einem Elbpegel von 7,50 Meter Katastrophenvoralarm ausgerufen wird.
Noch ist die Lage in Deutschland nicht mit den Zuständen in unseren Nachbarländern zu vergleichen. Doch auch hier steigt die Anspannung. Für 15 bayrische Landkreise wurde jetzt „Alarmstufe Rot“ ausgerufen. Bis mindestens Dienstagnachmittag droht dort tagelanger Dauerregen.
Betroffen sind: Altötting, Bad Tölz-Wolfratshausen, Berchtesgadener Land, Cham, Ebersberg, Freyung-Grafenau, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Mühldorf a. Inn, München, Passau, Regen, Rosenheim, Rottal-Inn und Traunstein.
Dresden: Elbe soll zwei Meter unter Höchstmarke bleiben
In Dresden wird in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag mit Stufe 4 gerechnet, der Pegel soll dort dann bei sieben Metern stehen. Beim Jahrhundert-Hochwasser 2002 waren es 9,40 Meter. Seither wurden Millionen in den Flut-Schutz investiert, man fühlt sich dort deshalb gut vorbereitet.
In Sachsen-Anhalt kommt die Welle am Folgetag an, in Wittenberg wird am Donnerstagmorgen um 7 Uhr mit 5,75 Metern gerechnet, in Magdeburg-Rothensee am Freitagmorgen mit 5,45 Metern. Damit könnte Warnstufe 3 – Überflutung einzelner Flächen, Straßen und Keller möglich – erreicht werden.
Flut braucht eine Woche bis zur Elbmündung
Am Samstag erreicht der Höchstpegel Wittenberge mit 4,75 Metern, am Sonntagmorgen ist er dann in Lenzen (Brandenburg) bei 4,95 Metern. Auch hier wird mit Warnstufe 3 gerechnet, Stufe 4 „ist nicht auszuschließen“.
Am Montag, dem 23. September, ergießt sich der Flut-Scheitel dann laut Berechnung der Hochwasserzentralen in Niedersachsen über Hohnstorf (6,25 Meter) bei Geesthacht (Höchstpegel 4,45 Meter) weiter über die dort schon von den Gezeiten beeinflusste Unterelbe in die Nordsee. Dort liegen noch keine Warnmeldungen vor.