Es sollte Gutes getan werden bei der Benefizveranstaltung des Beddau Rugby Football Clubs (Wales). Der Verein wollte Geld für seinen Nachwuchs sammeln. Die Spendengala endete, weil eine Frau hinter den Kulissen starb. Über die juristische Aufarbeitung der Tragödie berichten britische Medien.

Bei einer ersten Anhörung wurde jener verhängnisvolle Tag im Oktober vergangenen Jahres noch einmal beleuchtet. Natalie Buss (†37), deren Sohn damals im Rugbyteam der Unter-Zehnjährigen spielte, war Gast im Vereinsheim.

Opfer sollte so viele Marshmallows wie möglich essen

Der Club hatte als Einheizer Christopher Gibbons (34) engagiert. Der DJ legte nicht nur auf, sondern führte auch durch die Veranstaltung. Gegen 23 Uhr holte er Buss für sein Marshmallow-Wettessen auf die Bühne. Die Buchhalterin sollte so viele der weiß-rosafarbenen Süßigkeiten wie möglich verspeisen. Unter lautem Johlen der Gäste hatte sie für die Aufgabe eine Minute Zeit.

Die Mutter zweier Kinder verschluckte sich, taumelte nach hinten in einen Flur, wo sie das Bewusstsein verlor. Eine anwesende Krankenschwester versuchte, Natalie Buss das Leben zu retten. Aus einer benachbarten Schule wurde ein Defibrillator geholt, Rettungskräfte alarmiert – vergebens. Laut „Daily Mail“ war die Britin erstickt.

Trägt der DJ Schuld am Tod?

Bei der aktuellen strafrechtlichen Untersuchung, die zunächst von der Arbeitsschutzbehörde eingeleitet worden war, geht es um die Rolle des DJs.

▶ Im Kern um die Fragen, ob das Partyspiel angemessen war und der Tod von Natalie Buss vermeidbar gewesen wäre. Entscheidend wird die Aussagen von Buss’ Hausärztin über etwaige Vorerkrankungen sein. Außerdem des Gerichtsmediziners, der die Leiche der 37-Jährigen obduziert hatte.

Gibbons galt als erfahrener Partymacher, hatte in den 15 Jahren seiner Tätigkeit hunderte Feiern geschmissen. Der 1,98-Meter-Hühne hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Verhandelt wird vor einem Gericht in Pontypridd (Wales).