Nordhausen (Thüringen) – Dramatische Sekunden am Wochenende auf der A38: Ein Bus mit 46 Menschen an Bord könnte plötzlich nicht mehr bremsen!
Laut Polizei entging die Reisegruppe knapp einer Katastrophe, weil der Fahrer (31) zum Held wurde. Geistesgegenwärtig lenkte er den Bus so lange sicher neben der Fahrbahn entlang, bis er zum Stehen kam.
Dabei hatten alle einen Schutzengel und eine gehörige Portion Glück: „Wäre dort eine Leitplanke gewesen, hätte sie wie eine Sprungschanze gewirkt“, ist eine Sprecherin der Autobahnpolizei sicher.
Plötzlich gingen weder Bremse noch Lenkung
Der voll besetzte Reisebus war am Samstagmorgen auf der A38 bei Urbach nahe Nordhausen an der Grenze von Thüringen und Sachsen-Anhalt unterwegs.
Auf einmal versagte die Technik – beim Tritt auf die Bremse passierte nichts mehr. Das Notbremssystem sprang zwar an, doch auch das Lenkrad war blockiert!
Der 31-jährige Fahrer behielt die Ruhe, als der Bus nach rechts von der Fahrbahn zog. Mit aller Kraft versuchte er, gegenzulenken. Er donnerte über einen Grünstreifen neben der Autobahn entlang. Ein Mensch rutschte vom Sitz und verletzt sich, alle anderen konnten sich festhalten.
„Passagiere hatten wahnsinniges Glück“
Nach etwa 200 Metern kam der Bus zum Stehen. Endlich in Sicherheit! Dass hier überhaupt alle überlebt haben, gleicht laut Polizei einem Wunder.
„Die Passagiere hatten wahnsinniges Glück“, erklärte eine Sprecherin der Autobahnpolizei. „Hätte es an der Stelle andere Böschungsverhältnisse gegeben oder hätte er eine Leitplanke getroffen, dann wäre das Fahrzeug definitiv nicht auf vier Rädern zum Stehen gekommen.“
Eine aufsteigende Leitplanke wäre bei dem Unfall wie eine Sprungschanze gewesen, an der der Bus mit Sicherheit abgehoben und sich überschlagen hätte. Diesen bei der hohen Geschwindigkeit noch neben der Straße ausrollen zu lassen, sei kein leichtes Manöver.
Den ersten Ermittlungen nach ist ein technischer Defekt die Ursache für das Busunglück gewesen. Für die Bergung war die A38 zwischen Berga (Landkreis Mansfeld-Südharz) und Heringen (Landkreis Nordhausen) mehrere Stunden gesperrt. Die Fahrgäste wurden zunächst zur Feuerwehr in Nordhausen gebracht und dort betreut.