Waffen für Katar, aber nicht für Israel?
Die Bundesregierung hat nach BILD-Informationen israelische Kaufanfragen für verschiedene Waffen weiter aufgeschoben. Genehmigt wurden dagegen Verkäufe schwerer Waffensysteme an das Emirat Katar – einen der wichtigsten Unterstützer der Terrorgruppe Hamas.
Israelische Anfragen noch unbeantwortet
Bereits im vorigen Jahr hatte die israelische Regierung den Kauf mehrerer Tausend Stück Munition für ihre Hauptkampfpanzer angefragt, dazu kamen weitere Anfragen auch anderer Rüstungsgüter.
Doch nach BILD-Informationen aus Sicherheitskreisen hat Berlin noch immer keine Entscheidung über den Verkauf getroffen.
Für den jüdischen Staat, der derzeit an mehreren Fronten gegen die Terrorgruppen Hamas und Hisbollah kämpft, ist der Bezug bestimmter Rüstungsgüter aus dem Ausland besonders wichtig.
Erst vor einigen Tagen hatte der britische Außenminister David Lammy (52) bekanntgegeben, dass das Vereinigte Königreich den Waffenverkauf an Israel einschränkt.
Deutsche Waffen für Hamas-Unterstützer
Einem anderen Land im Nahen Osten gewährt die Bundesregierung hingegen den Verkauf schwerer Waffen – dem Emirat Katar.
Im ersten Halbjahr 2024 genehmigte die Bundesregierung Waffenverkäufe im Wert von knapp über 100 Millionen Euro an die Herrscher in Doha, die wohl wichtigsten Unterstützer der Terrororganisation Hamas.
Nach BILD-Informationen betrifft der Hauptbestandteil dieser Genehmigungen den Verkauf moderner Radhaubitzen vom Typ RCH 155.
Das System basiert auf der Panzerhaubitze 2000, jedoch auf dem Gestell des Radpanzers Boxer und kommt mit nur zwei Soldaten aus.
Hauptvorteil des Systems: Es kann aus der Bewegung heraus präzise feuern.
Im Gegenzug gibt Katar die Hälfte seiner 24 Panzerhaubitzen 2000 an die Ukraine ab – die Fahrzeuge werden dafür in Deutschland auf Stand gebracht.
Dass die Bundesregierung nun ausgerechnet an jenen Staat Waffen verkauft, der seit Jahren die Hamas-Führung beherbergt, sei ungeheuerlich, kritisiert Remko Leemhuis, Direktor des American Jewish Comittee in Berlin: „Es sei auch noch einmal daran erinnert, wie diese Leute den antisemitischen Massenmord am 7. Oktober in Katar gefeiert haben“, so Leemhuis zu BILD.
Der jüdische Staat hingegen werde bei seiner militärischen Selbstverteidigung alleingelassen.
„Diesen Vorgang sollte jeder im Hinterkopf haben, wenn deutsche Politiker das nächste Mal die Staatsräson aufrufen und die besondere deutsche Verantwortung für die Sicherheit Israels betonen“, so Leemhuis.