Antoine de Saint-Exupéry (1900–1944) erschuf eines der berührendsten Werke der Literaturgeschichte. Mehrere Skizzen des französischen Autors kommen demnächst in Paris bei einer Auktion unter den Hammer.
„Der kleine Prinz“ verzaubert bis heute Menschen in aller Welt, regt zum Träumen und Nachdenken an. Die ikonischen Zeichnungen aus der Feder von Saint-Exupéry beflügeln jetzt auch die Fantasie der Sammler.
▶︎ Entstanden sind die Skizzen im Frühjahr 1944 in Algier (damals Hauptstadt des freien Frankreich, heute Hauptstadt von Algerien), bei einem gemeinsamen Abendessen mit seinem Freund Jean Amrouche und dessen Frau Suzanne. Saint-Exupéry, zu jener Zeit als Aufklärungsflieger für Frankreichs Luftstreitkräfte gegen Nazi-Deutschland im Einsatz, soll im Laufe des Abends kleine Figuren gezeichnet haben. Insgesamt entstanden 15 Skizzen des damals noch unbekannten kleinen Prinzen (erstmals erschienen 1943), teils auf einer Papiertischdecke, teils in einem Notizbuch – welches bei der Gastgeberin verblieb.
Fischer findet Silberarmband
Wenige Monate später – am 31. Juli 1944 – verschwand Saint-Exupéry bei einem Aufklärungsflug über dem Mittelmeer. Sein Schicksal blieb lange mysteriös – bis 1998 ein Fischer ein Silberarmband des vermissten Autors beim Säubern seiner Netze fand! Zwei Jahre später wurden Teile seines Flugzeugs auf dem Meeresgrund entdeckt, 2003 konnten weitere Überreste eindeutig als Saint-Exupérys Lockheed P-38 Lightning identifiziert werden.
Saint-Exupérys Buch war da längst zum Welterfolg gereift. Die Geschichte des kleinen Prinzen war auch seine eigene: Ein Pilot stürzt in der Wüste ab, trifft dort den kleinen Prinzen, der von einem fernen Planeten stammt und ihm von seinen wundersamen Begegnungen berichtet. Eine poetische Parabel, einfach geschrieben, aber mit tiefer Symbolik.
Das Buch wurde weltweit in mehr als 600 Sprachen und Dialekte übersetzt, mehr als 200 Millionen Mal verkauft. Es gilt damit als das meistübersetzte Buch der Welt nach der Bibel. Entsprechend begehrt dürften die Original-Skizzen aus dem Jahr 1944 sein.
▶︎ Die Zeichnungen von der Hand des Autors werden vom Auktionshaus Sotheby’s im Rahmen der Online-Auktion „Books & Manuscripts“ (4.–18. Juni) versteigert. Erwarteter Erlös: bis zu 400.000 Euro!