Magdeburg – Die Landeshauptstadt versinkt im Verkehrschaos. Die Brücke am Damaschkeplatz bröckelt. Das ähnlich wie die eingestürzte Dresdner Carolabrücke konstruierte Bauwerk wurde gesperrt. Es muss abgerissen und neu gebaut werden.
Damit steht für Monate, wenn nicht Jahre, die wichtigste innerstädtische Verkehrsader in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt nicht zur Verfügung. Seit Dienstag darf weder darüber noch darunter hindurch gefahren oder gelaufen werden.
Brücke in Magdeburg in kritischem Zustand
Wie die Stadtverwaltung mitteilte, sind Autos, Straßenbahnen, Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Fußgänger von der Sperrung betroffen.
Bei einer Sonderprüfung waren an mehreren Spanngliedern der Brücke zahlreiche Risse und Drahtbrüche festgestellt worden. Experten stuften die Lage bei einer kurzfristigen Auswertung am Montagnachmittag als kritisch ein. Eine Reparatur sei nicht mehr möglich, der Rückbau werde nun vorbereitet.
Magdeburg plant Ersatzbau für Brücke
Die Stadt empfiehlt, den Bereich weiträumig zu umfahren. Für Autofahrer auf dem Magdeburger Ring ist in Richtung Norden die letzte Ausfahrt Zentrum/ZOB, in südlicher Richtung die Abfahrt zur Bundesstraße 1 an der Albert-Vater-Straße. Fußgängerinnen und Radfahrer können auf die Brücke in den Glacisanlagen oder die B1 ausweichen.
Den Magdeburger Verkehrsbetrieben zufolge hat die Sperrung „weitreichende Auswirkungen auf die Linien der MVB“. „In erster Reaktion werden die Straßenbahnlinien über den Südring und Hasselbachplatz umgeleitet“, hieß es. Aufgrund der Kurzfristigkeit der Ankündigung könne es zu Verspätungen kommen.
Wie schnell ein provisorischer Ersatzbau zur Verfügung stehen kann, wird laut Stadtverwaltung derzeit geprüft.