Sie sind in tiefer Trauer – und wollen wissen, was wirklich passiert ist.

Vor einer Woche hat das ehemalige Bayern-Talent Guo Jiaxuan (18) von Beijing Guoan während eines Trainingsspiels in Spanien einen schweren Unfall erlitten. Laut spanischen Medien führte ein Kniestoß gegen seinen Kopf zu einer Hirnblutung und schließlich zum Hirntod.

Jetzt hat die Familie des Chinesen schwere Vorwürfe gegen den Pekinger Fußballverband erhoben.

FC Bayern: Schwere Vorwürfe nach Hirntod bei Ex-Talent

In einem Video, das von der chinesischen Nachrichtenagentur „Xinhua“ veröffentlicht wurde, fragt der Bruder von Jiaxuan: „Die Familie will einfach nur die Wahrheit wissen. Warum ist das so schwer?“

Die Angehörigen verlangen deshalb nun Videoaufnahmen des Spiels. Außerdem wollen sie genauere Details haben, welche medizinische Behandlung Jiaxuan in der Zeit bis zur Ankunft im Krankenhaus erhielt.

Der Bruder beklagt weiter, dass die Behörden die Weitergabe der Informationen immer wieder herausgezögert hätten. Seit Tagen habe er niemanden vom Verband erreicht. Um das zu untermauern, hat er Screenshots geteilt, die seine Versuche zeigen sollen.

Der Pekinger Fußballverband hatte zu dem tragischen Vorfall keine Einzelheiten veröffentlicht. In einem Statement heißt es nur, dass nach dem Unfall medizinisches Personal von beiden Teams auf das Spielfeld geeilt ist, um Erste Hilfe zu leisten.

Jiaxuan wurde daraufhin stundenlang intensivmedizinisch im Krankenhaus behandelt, wo eine Subarachnoidalblutung festgestellt wurde. Dabei handelt es sich um eine Form der Hirnblutung, bei der Blut in den Raum zwischen zwei Hirnhäuten austritt. Sie kann, wie in diesem Fall, durch eine Verletzung passieren – und im schlimmsten Fall zum Hirntod führen.

Zu weiteren Behandlungen wurde der junge Fußballer nach China gebracht. Laut seines Bruders zeigt sein Zustand aber weiterhin keine Besserung. Schmerzhaft gibt er an: „Wir akzeptieren allmählich die Realität.“

Jiaxuan gehörte zum FC Bayern World Squad, einem Projekt des Rekordmeisters, das U19-Talente aus aller Welt auf ihrem Weg in den Profifußball unterstützt. In der Regel sind die Spieler eine Saison lang dabei, bevor sie entweder zu ihren Heimatvereinen zurückkehren oder in den Jugendmannschaften der Bayern weiterspielen.