Das war unterm Strich einfach zu wenig!

„Diesmal haben wir den Kürzeren gezogen. Ich habe auch das Gefühl, dass wir verdient den Kürzeren gezogen haben in der Verlängerung“, erklärte Kapitän Johannes Golla (27/Flensburg) sehr gefasst nach dem dramatischen Aus im WM-Viertelfinale gegen Portugal (30:31 n. V.).

Dass Deutschland gegen die Südeuropäer verlieren kann, hatten einige Experten vorher als möglich betrachtet. Aber so?

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Das Ziel Halbfinale verpasst. Auch 18 Jahre nach der letzten WM-Medaille (Gold 2007) hängt bei den deutschen Handballern nur Frust und Enttäuschung um den Hals, aber kein Edelmetall. Denn: Im Bummeltempo gewinnt man eben auch keine Medaille bei der Handball-WM.

Deutschland war zu langsam fürs Halbfinale!

Die Dänen geben Anschauungsunterricht, machen es der Handball-Welt vor. Der dreimalige Weltmeister rennt gefühlt 60 Minuten hoch und runter. Mit einer Leichtigkeit, die den neutralen Zuschauer begeistert staunen lässt.

Anders die DHB-Auswahl. Als es darauf ankam, konnte die Mannschaft keinen Gang hochschalten. Sie kam, wie bei den meisten WM-Auftritten, nur zögernd auf Betriebstemperatur, quälte sich oft im Positionsangriff und ließ dort wichtige Körner.

Tempogegenstoß, erweiterter Gegenstoß oder schnelle Mitte – die Geschwindigkeit auf dem Weg nach vorn war ein Dauer-Problem im Turnier. Leichte und einfache Tore waren so Mangelware. Oft suchte Torwart Andreas Wolff einen Passempfänger vergeblich. Wolff, mit 21 Paraden (42 Prozent) mal wieder outstanding, hält alles, findet aber nicht mal eine Anspielstation.

Bezogen aufs Turnier hatten wir – abgesehen von der Torwart-Position – auf keiner Position und in keinem Mannschaftsteil, eine konstant gute Leistungen zeigen können.

Handball-WM: Ein Weltklasse-Wolff ist zu wenig!

Bis 2027, wenn Deutschland als Gastgeber die 30. Handball-Weltmeisterschaft ausrichtet, müssen wir dringend das Tempo erhöhen und die zweite Welle lernen, sonst wird das wieder nix.

Und: Bundestrainer Alfred Gíslason benötigt dringend weitere (und neue) Optionen im Angriff. Zu viele Spieler waren nicht in der Lage an ihr Limit zu kommen. Andere wiederum mussten durchpowern und waren am Ende platt.

Gíslason sprach von „einem guten Turnier“. Sehr gut oder überragend wäre es bei einer Halbfinale-Qualifikation und eine Medaille gewesen. Das kann sich schnell ändern – wenn die Truppe bis 2027 ins Laufen kommt, Tempo und Qualität!