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Oederan (Sachsen) – Sie machten mit ihrer Riesen-Pyramide den Dresdner Striezelmarkt zum Hingucker, brachten erzgebirgische Weihnachtstradition bis nach Tokio und Texas, schafften es mit ihren Holzkunstwerken sogar ins Guinnessbuch der Rekorde. Jetzt droht ausgerechnet einem der berühmtesten Unternehmen des sächsischen Traditionshandwerks das Ende: Die Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz ist pleite!

Am 7. August meldete die Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz GmbH RuT mit Sitz in Oederan beim Amtsgericht Chemnitz Insolvenz an. Nun bangen rund 30 Mitarbeiter in dem kleinen Ort zwischen Chemnitz und Dresden um ihre Jobs.

Wie kam es zur Insolvenz?

Die Zukunft? Unklar. Allerdings wirkt die Schieflage der Sachsen auf Basis der öffentlich bekannten Zahlen nicht völlig unerklärlich: Laut Geschäftsbericht 2023/24 weist die Wirtschaftsdatenbank North Data einen Überschuss von knapp 132.000 Euro aus. Nicht eben üppig für eine personalintensive Holzmanufaktur, die vieles in Handarbeit produziert.

Diese Rekorde machten die Firma weltbekannt

Darunter Glanzstücke der Firmengeschichte, die es ins Guinnessbuch der Rekorde schafften: die mit 14,60 Metern höchste Stufenpyramide der Welt für den Dresdner Striezelmarkt (gebaut 1997) und der mit 7,14 Metern höchste Nussknacker der Welt vor dem Werkstor. Die Riesenfiguren wurden zum Exportschlager – sie stehen in Texas oder Alabama, eine sogar in Tokio. Und sind natürlich auch in Deutschland beliebt und schmücken Weihnachtsmärkte in Berlin, Erfurt, Stuttgart und Mainz.

Die Geschichte des berühmten Handwerksbetriebs

Doch ob in der wirtschaftlichen Krise die Auftragsbücher der Gahlenzer weiter voll blieben, ist fraglich – denn jetzt übernehmen erst einmal die Insolvenzverwalter von der Kanzlei Flöther & Wissing. Die Geschäftsführer äußerten sich am Wochenende nicht zu einer BILD-Anfrage. Das Unternehmen entstand in den 1920er-Jahren im Erzgebirge. Zu DDR-Zeiten firmierte es als VEB Raum- und Tafelschmuck Gahlenz.

Nach der Wiedervereinigung übernahmen die damaligen Mitarbeiter Jochen Schumann und Gundolf Berger den Betrieb von der Treuhand. Nun müssen sie versuchen, ihr Lebenswerk zu retten. Laut Firmenwebsite stellen die Drechsler aus dem Erzgebirge Anfang September auf der Geschenkemesse Cadeaux (5. bis 7. September) in Leipzig aus – ein Hoffnungsschimmer für das Weihnachtsgeschäft?