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Worcestershire (England) – Es gibt Geschichten, die selbst erfahrene Reitsport-Fans kaum glauben können. Die von Milo ist eine davon. Der 15-jährige Appaloosa-Wallach ist vollständig blind. Eine Erkrankung nahm ihm vor drei Jahren das Augenlicht. Trotzdem gewinnt er weiter Wettbewerbe.

Milo ist der Rufname des Wallachs, eigentlich heißt er Desired Edition und tritt unter diesem Namen bei Reitturnieren an. Megan Share (28) besitzt und trainiert ihn seit seinem dritten Lebensjahr. Erfolgreich. Er gewann in seiner Klasse mehrmals Wettbewerbe der berühmten Royal Windsor Horse Show. Doch 2023 bekam er eine schwere Uveitis, eine Entzündung der mittleren Augenhaut, so berichten englische Medien. Auch zwei Operationen konnten Milos Sehvermögen nicht retten. Doch Aufgeben war für Megan und Milo keine Option.

Milo liest den Untergrund mit den Hufen

Die beiden entwickelten eine eigene Art der Verständigung. Megan wurde zu Milos Auge. Mit Sprache, Gewichtsverlagerung, feinen Zügel- und Schenkelhilfen führt sie ihn. Megan fand heraus: Milo orientiert sich zusätzlich über den Boden unter seinen Hufen. „Er nutzt sein Gehör und seinen Tastsinn, um … den Boden zu ertasten. Das ist so etwas wie eine Blindenschrift, eine Art Braille für Pferde.“

Seit seinem Comeback im vergangenen Jahr gewann Milo mehrere Wettbewerbe, schaffte damit auch erblindet die Qualifikation für die Royal Windsor Horse Show, die älteste und prestigeträchtigste Reitveranstaltung Großbritanniens. Dort belegte Milo Platz 6 in seiner Klasse. Kein blindes Pferd auf der Welt ist erfolgreicher.