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Ilm-Kreis (Thüringen) – Diese Übung sollte helfen, Leben zu retten. Am Ende waren alle Beteiligten wohl nur froh, dass es eine Übung war. Bei einer Großübung mit mehr als 250 Einsatzkräften in Thüringen wurde ein ICE-Brand in einem Tunnel simuliert. Jede Sekunde zählte. Doch die ersten Einsatzkräfte trafen erst zwei Stunden nach dem Notruf ein. Ein Experte: „Wäre das hier echt, wären längst alle tot.“

Trainiert werden sollte ein wahres Horror-Szenario auf der Schiene: Im 1320 Meter langen Sandbergtunnel zwischen Nürnberg und Erfurt bleibt ein brennender ICE stehen. Das Feuer breitet sich aus. 100 Fahrgäste, zum Teil schwer verletzt, stecken fest. „Der Endgegner im Tunnel ist die Zeit“, sagte Marc Stielow, Branddirektor im Thüringer Innenministerium, vor Ort. Und lange Zeit passierte – nichts.

Retter kommen erst nach zwei Stunden

Die ersten Blaulichter tauchten erst zwei Stunden und sieben Minuten nach dem Notruf des Lokführers auf. Geplant war, dass die Rettungskräfte innerhalb von 10 bis 25 Minuten am Tunnel eintreffen. Aber wie konnte das geschehen?

Warum die Feuerwehren lange nicht kamen

Nach ersten Erkenntnissen wurden die Alarmierungen viel zu spät weitergegeben. Der Lokführer setzte den Notruf um 10.15 Uhr noch planmäßig an die Bahnleitstelle ab. Das Portal „Insüdthüringen.de“ berichtet, dass die Bahn die Rettungsleitstelle Mittelthüringen aber erst 30 Minuten später über den „Notfall“ informierte. Und dann soll es weitere 30 Minuten gedauert haben, bis die Feuerwehren der Umgebung alarmiert worden seien. Auch danach kam es zu Verzögerungen. Ein Feuerwehr-Experte zog bei „Insüdthüringen.de“ eine vernichtende Bilanz. „Wäre das hier echt, wären längst alle tot.“

Innenminister Maier (SPD) schaute zu

Dabei war die Übung alles andere als eine kleine Feuerwehr-Probe. Mehr als zwei Jahre wurde geplant. Das Debakel spielte sich vor den Augen von Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) ab.

Daniel Baumbach, Sprecher des Thüringer Innenministeriums, zu BILD: „Ja, es gab ein deutlich verspätetes Eintreffen mehrerer Tunnelbasiseinheiten. Bei der Alarmierung ist etwas schiefgegangen.“ Was genau, soll von Fachleuten in den nächsten Wochen ausgewertet werden, so Baumbach weiter. „Eine Übung ist ja dazu da, Fehlerquellen aufzudecken, damit es im Ernstfall dann funktioniert.“

Noch mehr Pannen bei Großübung

Und auch bei der Information der Bevölkerung gab es Pannen. Eigentlich sollten Warnmeldungen über die Apps Nina und Katwarn ausgespielt werden. Doch die Hinweise erreichten nach Angaben der Verantwortlichen nicht alle Nutzer.