Es ist der heißeste Sommer aller Zeiten: Nachdem heute zum ersten Mal 41,7 Grad in Neißemünde (Landkreis Oder-Spree, Brandenburg) gemessen wurden, steuert Deutschland noch immer auf einen neuen Hitzerekord zu! Der Deutsche Wetterdienst erwartet Temperaturen bis zu 42 Grad.
Diese Hitze bringt neue und tödliche Gefahren. Lesen Sie bei BILD, worauf Sie bei der Juni-Gluthitze unbedingt achten sollen.
Gefahr durch überhitzte Wohnungen
Laut Umweltbundesamt (UBA) heizen sich Räume auf über 30 Grad auf. Diese Temperatur kann nur schwer gesenkt werden. In obenliegenden Räumen mit Sonneneinstrahlung droht Lebensgefahr, da Temperaturen auf Dächern bis zu 80 Grad erreichen.
In Köln wurden Freitag sieben Bewohner in überhitzten Dachgeschosswohnungen mit lebensgefährlicher Hyperthermie (Überhitzung des Körpers) bewusstlos. Ihre Körpertemperatur lag über 42 Grad, eine Person musste reanimiert werden.
Experten raten, Wärmequellen wie Backofen, Herd, Wäschetrockner und vor allem alte Leuchtmittel (Halogen, Glühbirnen) zu vermeiden.
Gefahr durch diesen Hitze-Hack
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, tagsüber Fenster geschlossen zu halten und außen liegenden Sonnenschutz zu nutzen. Aber: „Rollläden sollten so geschlossen werden, dass die Licht- bzw. Lüftungsschlitze geöffnet bleiben. So wird sichergestellt, dass die Hinterlüftung gewährleistet ist und sich die Hitze nicht zwischen Rollladen und Fenster staut.“
Experten warnen vor einem gefährlichen Trend in den sozialen Medien: Viele kleben jetzt Fenster mit Rettungsfolie ab, die angeblich Sonnenstrahlen zurückwerfen und so die Hitze aufhalten soll. Was bei normalen Sommertemperaturen sinnvoll erscheint, kann bei extremer Hitze hochgefährlich werden: Die Folie kann das Glas so sehr erhitzen, dass es zerspringt!
Gefahr durch Sport
Sportveranstaltungen und Wettkämpfe werden abgesagt. „Viele überschätzen ihre Kräfte und treiben während der Hitzewelle Sport. Ich kann nur an alle appellieren, dies nicht zu tun“, sagt Hannah Makait (39), die ärztliche Leiterin des Krankenhauses in Köln-Mehrheim.
Feuerwehren und Rettungsdienste arbeiten im Dauereinsatz, sogar Notlazarette wurden eingerichtet und den Krankenhäusern Rettungskräfte vom Roten Kreuz oder dem Arbeiter-Samariter-Bund zur Verfügung gestellt.
Gefahr im Badesee
Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft meldete mehr als 20 Badetote in den vergangenen drei Tagen. Warum der Sprung ins Wasser so gefährlich ist: „Diese Hitze ist eine hohe Belastung für den Kreislauf. Der Temperaturunterschied ist ein großes Problem. Damit kann ich einen Kälteschock erleiden“, warnt DLRG-Sprecher Martin Holzhause.
Es drohe Lebensgefahr. „Der Körper bekommt Herzrhythmusstörungen, wird vielleicht bewusstlos, es gibt eine Panikreaktion“, beschreibt der DLRG-Sprecher. Besonders riskant ist das, wenn auch noch Alkohol im Spiel ist.
Gefahr im überhitzten Auto
Im Auto wird nach einer Stunde eine Temperatur von mehr als 50 Grad erreicht. Der ADAC rät für Fahrten: „Mit an Bord müssen ausreichend kühle Getränke.“ Zwei Liter werden empfohlen. Außerdem sollten zusätzliche Pausen eingeplant werden – insbesondere für den Fall von Staus.
Doch nicht nur die Luft wird heiß. Laut ADAC können sich Lenkrad, Gurtschlösser oder Kindersitze auf bis zu 80 Grad erhitzen. Es drohen Verbrennungen beim Berühren. Empfindliche Gegenstände wie Handys oder Feuerzeuge sollen laut Experten aus den Fahrzeugen entfernt werden. Explosionsgefahr!
Gefahr durch glühend heiße Gegenstände
Auch im Freien können harmlose Gegenstände glühend heiß werden. In Neuss (NRW) spielte ein Mädchen mit einem Wasserschlauch, der länger in der Sonne lag. Als Restwasser aus dem Schlauch schoss, verbrühte sich das Mädchen und kam mit schweren Gesichtverletzungen ins Krankenhaus.