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Saporischschja (Ukraine) – Im Moment ihrer Rettung geht Yana nur eine einzige Frage durch den Kopf: Wo ist Liza? Wo ist ihre sechsjährige Tochter? Das Wohnhaus der Ukrainerin und ihrer Familie liegt teilweise in Trümmern. Eine russische Gleitbombe ist in der Nacht mit voller Wucht eingeschlagen, hat die Fassade in Teilen herausgerissen. Rettungskräfte haben sie und ihren Mann Anton aus den Trümmern geborgen. Doch ihre Tochter ist verschwunden.

Insgesamt elf Bewohner des Wohnblocks in der südukrainischen Stadt Saporischschja werden verletzt und in Krankenhäuser gebracht, darunter zwei Jugendliche. Mindestens ein Dutzend Verschüttete werden noch unter den Trümmern vermutet. Während die Retter teilweise mit bloßen Händen nach ihnen graben, wird Yana auf einer Trage aus den Überresten ihres Zuhauses geholt. Sie trägt nur einen Bademantel. Ihre Mutter redet leise auf sie ein.

Der russische Angriff trifft die Menschen in Saporischschja völlig unvorbereitet. Mehrere russische Gleitbomben zerstören oder beschädigen Berichten zufolge mindestens 23 Gebäude in zwei Bezirken der Stadt. Eine der Bomben trifft den fünfstöckigen Wohnblock von Yana, Anton und Liza. Das zweite Stockwerk stürzt ein, große Teile des Gebäudes werden zerstört. Ein Feuer bricht aus.

„Ihr ganzes Gesicht war zerstört“

Videoaufnahmen zeigen, wie die bisher geborgenen Todesopfer in Leichensäcken auf der Rasenfläche vor dem Haus abgelegt werden. Zu ihnen gehört auch die Mutter von Natalja. Nach dem Einschlag sei sie sofort zu dem Wohnhaus gerannt, berichtete sie dem Portal „ua.news“. „Als ich zu meiner Mutter kam, atmete sie noch. Sie war zu Boden gestürzt, ihr ganzes Gesicht war zerstört. Ich kam nicht zu ihr, überall lagen Trümmer.“ Schließlich hätten die Rettungskräfte ihre Mutter zwar erreicht, doch da sei sie schon tot gewesen, sagt Natalja.

Bis zum Vormittag steht fest: Der Angriff in Saporischschja hat mindestens acht Menschen das Leben gekostet, darunter drei Kinder. Auch die kleine Liza ist unter den Opfern. Das Mädchen wird leblos aus den Trümmern geholt. Für Mutter Yana wird der schlimmste Albtraum wahr.

Putin schickt Bomben, Trump schließt Deal

Die Bilanz der vergangenen Tage ist erschütternd: Der Angriff auf Saporischschja war Teil einer neuen russischen Angriffswelle. Mehr als 70 Menschen wurden allein in dieser Woche durch russische Raketen, Drohnen und Bomben getötet.

Davon ungerührt schloss US-Präsident Donald Trump (80) mit Wladimir Putin (74) ein Diesel-Abkommen. Er habe mit dem Kremlchef vereinbart, dass „umgehend“ mehr als 300.000 Tonnen Diesel zur Verfügung gestellt würden. Im Laufe des Novembers solle eine weitere halbe Million Tonnen folgen, eine Million Tonnen „sofort danach“. Heißt: noch mehr Geld für Putins Kriegskasse. Und noch mehr Leid für die Menschen in der Ukraine.