Washington – US-Präsident Donald Trump hat zwei Naturschutzgebiete im Bundesstaat Utah radikal zusammengestrichen – um rund 90 Prozent. „Wir tun etwas sehr Dramatisches und sehr Wichtiges für die Menschen in Utah und die Menschen in unserem Land“, sagte Trump am Montag im Weißen Haus bei der Unterzeichnung der Dekrete.
Die Gebiete der Nationalmonumente Bears Ears und Grand Staircase-Escalante umfassen in Zukunft mit lediglich 122.000 Hektar nur noch knapp zehn Prozent ihrer bisherigen Fläche von über 1,3 Millionen Hektar. Damit ordnete der US-Präsident noch drastischere Verkleinerungen an als 2017 während seiner ersten Amtszeit. Damals hatte er die Schutzgebiete bereits gestutzt – sein Nachfolger Joe Biden (83) machte den Schritt 2021 aber wieder rückgängig.
Durch die neuen Dekrete werden gewaltige Flächen für Öl- und Gasbohrungen, Bergbau und andere wirtschaftliche Aktivitäten freigegeben. Die Verordnungen listen wichtige Mineralien und Energiereserven auf – laut Weißem Haus entscheidend für die Unabhängigkeit und Sicherheit der USA. Es geht aber auch um Weidewirtschaft, motorisierte Freizeitnutzung, Holzeinschlag.
Wertvolle Natur und Archäologie
Die beiden Naturschutzgebiete in Utah waren von den früheren Präsidenten Bill Clinton (79) und Barack Obama (64) geschaffen worden. Unter Schutz gestellt worden waren die Gebiete aber nicht nur wegen ihrer Naturschönheiten, sondern auch wegen ihrer archäologischen Stätten. So beherbergt das Gebiet von Bears Ears, benannt nach zwei Tafelbergen, die an den Kopf eines Bären erinnern, kulturelle und archäologische Stätten, die für indigene Stämme heilig sind. Im Gegensatz zu Nationalparks haben die National Monuments einen schwächeren Schutzstatus.
Es ist nicht der erste Schritt von Trump gegen Arten- und Naturschutz: Erst im Juni hat er die Schutzbedingungen für eines der größten Meeresschutzgebiete der Erde, das Papahānaumokuākea Marine National Monument nordwestlich von Hawaii, gelockert und große Teile des Gebietes für die kommerzielle Fischerei geöffnet.
Die NGO Earthjustice kritisierte Trumps Vorgehen als illegal. US-Präsidenten könnten zwar neue Naturschutzgebiete schaffen, sie hätten aber keine Befugnis zur Verkleinerung oder Abschaffung. Dies sei Aufgabe des Kongresses. Das US-Justizministerium vertritt die Auffassung, dass die Präsidenten dazu befugt seien. Earthjustice prüft rechtliche Schritte.