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Sie hinterließen riesige Knochen, Zähne und Fußspuren. Deshalb wissen Forscher heute ziemlich genau, wie gewaltig Dinosaurier aussahen, wie sie sich fortbewegten und was sie fraßen. Doch eine Frage ist bis heute erstaunlich schwer zu beantworten: Wie lief die Fortpflanzung der Urzeit-Riesen genau ab? Klar ist immerhin: Dinosaurier legten Eier, aus denen ihr Nachwuchs schlüpfte. Doch was davor zwischen Männchen und Weibchen geschah, gibt bis heute Rätsel auf.

Seit Jahrzehnten versuchen Forscher, diesen intimen Geheimnissen der Dinosaurier auf die Spur zu kommen. Das Problem: Knochen können Millionen Jahre überdauern, Weichteile hingegen fast nie. Einen außergewöhnlichen Glücksfall entdeckten Forscher bei einem rund 120 Millionen Jahre alten Psittacosaurus. Bei dem etwa labradorgroßen Dinosaurier blieb die äußere Kloakenregion erhalten. Die Kloake ist eine Körperöffnung, über die bei vielen Tieren sowohl Ausscheidungen als auch die Fortpflanzung erfolgen.

„Das hat mit Sicherheit mit Paarung und Sex zu tun“

„Dies ist das einzige Fossil, bei dem eine Kloake erhalten ist“, erklärt Paläontologe Jakob Vinther von der University of Bristol im Wissenschaftsmagazin „Spektrum“. Die Rekonstruktion zeige zudem eine auffällige Pigmentierung der Körperregion. Die Forscher halten es für möglich, dass diese bei der Partnersuche eine Rolle spielte. Vinther: „Das hat mit Sicherheit mit Paarung und Sex zu tun.“ Auch Duftdrüsen werden als Möglichkeit diskutiert.

Hinweise darauf, wie Dinosaurier um Partner warben, liefern auch versteinerte Spuren. An mehreren Fundorten entdeckten Paläontologen Scharrstellen, die als mögliche Überreste von Balzritualen gedeutet werden. Ein ähnliches Verhalten ist von heutigen Vögeln bekannt, den nächsten lebenden Verwandten der Dinosaurier.

Dass die Fortpflanzung offenbar auch Spuren am Körper hinterlassen konnte, legt eine Studie über Hadrosaurier nahe. Ein internationales Forscherteam untersuchte rund 550 verletzte Dornfortsätze an den Schwanzwirbeln der Saurier. Computermodelle zeigen, dass die Verletzungen am ehesten durch Druck schräg von oben entstanden sein könnten.

Auffällig: Die verheilten Brüche fanden sich vor allem bei ausgewachsenen Tieren. „Nachdem wir die Ergebnisse erhalten hatten, zogen wir jedes Szenario in Betracht“, so Studien-Co-Autor Simone Conti. „Letztendlich war die Paarungshypothese diejenige, die am besten mit unseren Beobachtungen übereinstimmte.“

Ein endgültiger Beweis ist das nicht. Sollte die Hypothese aber stimmen, könnten die Verletzungen Forschern sogar helfen, weibliche Hadrosaurier zu erkennen. Bislang lässt sich das Geschlecht bei Dinosaurierfossilien nur in seltenen Ausnahmefällen bestimmen. Dinosaurier hinterließen zwar gewaltige Spuren auf der Erde. Doch trotz aller Funde bleibt ihr Liebesleben bis heute eines ihrer intimsten Geheimnisse.