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Kiel – Mittwochnachmittag stehen Polizisten an einem Swimmingpool und suchen ihn ab. Sie finden nichts. Feuerwehr und Polizei kommen im Laufe des Abends wieder, kontrollieren den Bereich mehrfach. Nichts. Am Donnerstag um 9.30 Uhr liegt Bella (3) tot im Wasser. Und niemand kann sagen, wie sie dorthin kam.

Der runde Pool hat einen Durchmesser von ca. 4 Metern und steht im Hinterhof von Bellas Elternhaus in Preetz (Schleswig-Holstein). Er ist in Beton eingegossen, zur Hälfte in Holzpaneele eingefasst. Ringsum Schuppen, Terrassen, Nachbarhäuser. Genau hier endete die Suche nach dem autistischen und seh- und höreingeschränkten Mädchen, das seit Mittwochmittag vermisst worden war – an der Stelle, an der die Einsatzkräfte schon gewesen waren.

Polizei suchte den Pool schon vorher ab

Polizeisprecherin Stephanie Lage bestätigt BILD: „Wir haben unmittelbar nach der Vermisstenmeldung nach dem autistischen Mädchen gesucht. Auch im hinteren Bereich der Wohnanschrift der Eltern, wo sich ein Pool befindet. Die Feuerwehr und die Polizei haben auch im Nachgang den Bereich mehrfach abgesucht.“

Ich, der BILD-Reporter, bin vor Ort und habe das Gebiet rund um das Grundstück abgegangen. Mein Befund: Von der Straße kommt man nicht dorthin. Wer an das Becken will, muss durch das Elternhaus – oder über die Nachbargrundstücke. Und auch die sind von außen nicht zugänglich.

Pool stark mit Algen befallen

Auch die Polizei will nun wissen, warum Bella erst am nächsten Tag gefunden wurde, obwohl der Pool bereits zuvor abgesucht worden war. Auf der Pressekonferenz sagte die Polizeisprecherin: „Wie oft wir den Pool durchsucht haben, ist Bestandteil der Ermittlungen. Es ist so, dass der Pool durchsucht wurde, auch mehrfach.“ Weitere Fragen, etwa dazu, ob der Pool, dessen Wasser stark mit Algen befallen ist, gründlich genug durchsucht wurde, werden von der Polizei mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht beantwortet.

Wie gelangte Bella in den Pool?

Bleiben zwei Möglichkeiten. Das Kind ist zurückgekehrt, allein, unbemerkt, nach der Absuche – und hineingefallen. Oder jemand hat es dorthin gebracht.

Die Polizei sagt dazu: „Wir schließen zum jetzigen Zeitpunkt Fremdverschulden aus und haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.“ Bellas Leichnam soll schnellstmöglich obduziert werden. „Wir rechnen in den nächsten Stunden, spätestens morgen mit dem Ergebnis.“

Anwohner und Polizei suchten nach Bella

Bella soll am Mittwoch das Haus verlassen haben, ihre Spur verlor sich Richtung Wald. Die Polizei bat darum, in Gärten, Gartenhütten und Garagen nachzusehen: „Das Kind ist autistisch und neigt dazu, sich eher zu verstecken und sich im Verborgenen zu halten. Sie ist sehr ängstlich.“ Dutzende Einsatzkräfte suchten angrenzende Wälder und Gewässer ab, bis tief in die Nacht durchkämmten Polizisten, Feuerwehrleute und bis zu 50 Anwohner die Gegend. Hubschrauber und Drohnen stiegen auf.

Gefunden wurde sie nur wenige Schritte von ihrer Haustür entfernt.