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Arktis – Ein Zweikampf um die neue Handelsroute am Nordpol hat begonnen. Derzeit liefern sich China und Südkorea einen Wettbewerb darum, wer die Arktis als Erstes dauerhaft für den Containerverkehr erobert.

Möglich wird der Wettlauf durch den Klimawandel. Weil das Eis in den Sommermonaten immer weiter schmilzt, wird die Nordostpassage entlang der russischen Arktisküste leichter befahrbar. Nachdem China bereits vorgelegt hat, zieht der asiatische Konkurrent nach.

Wann es losgeht

Am Samstagabend soll die „Panstar Acro“ in Busan aufbrechen. Die südkoreanische Millionenstadt hat über den größten Hafen des Landes und zählt zu den wichtigsten Container-Drehkreuzen weltweit. Zum ersten Mal schickt Südkorea ein Containerschiff über die Arktis nach Europa. Die Reederei PanStar hat das Schiff eigens für die Polarfahrt umgerüstet. An Bord: bis zu 2786 Standardcontainer (TEU). Die Route führt durch die Beringstraße zwischen Alaska und Sibirien, anschließend entlang der russischen Nordküste. Von dort geht es weiter nach Felixstowe, Rotterdam und Danzig.

Bis zu zehn Tage schneller

Die Regierung in Südkorea möchte herausfinden, ob sich die Route für Frachtschiffe wirtschaftlich lohnt. Bislang fahren die meisten Schiffe von Asien nach Europa über die klassische Route durch den Suezkanal und das Mittelmeer. Über die Nordostpassage (gelb, siehe Grafik) kann die Strecke jedoch um rund 7000 Kilometer verkürzt werden. Folge: Die Fahrzeit dauert bis zu zehn Tage weniger, der Treibstoffverbrauch sinkt. Dagegen ist die kompliziertere Nordwest-Passage (rot, siehe Grafik) durch Kanada nicht als Containerroute geeignet.

Der Wettbewerb mit China hat längst begonnen: Bereits am 15. August startete das Containerschiff „Dubai Tower“ im Hafen von Ningbo zu einer Fahrt durch die Arktis nach Europa. Dabei verfolgt Peking deutlich größere Ziele. Nach Angaben des russischen Betreibers der Nordroute plant die chinesische Reederei Sea Legend sogar einen regelmäßigen wöchentlichen Containerdienst während der eisfreien Sommermonate.

Das soll mit der Route erreicht werden

Genau deshalb erhöht Seoul jetzt das Tempo. Ziel ist es, den Hafen von Busan zu einem globalen Drehkreuz des Welthandels zu machen. Dazu soll die Nordostpassage bis 2030 als reguläre Handelsroute etabliert sein.

Dagegen halten sich Europas große Reedereien zurück. So haben etwa die deutsche Hapag-Lloyd und die Schweizer MSC erklärt, vorerst nicht durch die Arktis fahren zu wollen. Und Umweltschützer warnen vor den Folgen des Rennens, fürchten um das Ökosystem in der Region und ein beschleunigtes Abschmelzen des Eises. Unterdessen strich kürzlich die Regierung des US-Präsidenten Donald Trump überraschend den wichtigen Jahresbericht zum Zustand der Arktis, obwohl Forscher vor einer Rekorderwärmung am Nordpol warnen.