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Diese Krebstumore verbreiten sich wie Parasiten! Ein Forscherteam aus den USA hat in einem See Welse mit schwarzem Hautkrebs entdeckt. Das Besondere: Die Tiere haben sich offenbar gegenseitig infiziert!

Für Krebstumore ist das Wandern von Wirt zu Wirt eher ungewöhnlich, berichtet die Universität von Vermont (USA). Es ist erst die vierte entdeckte Art von übertragbarem Krebs unter Tieren.

Im Lake Memphremagog, der sich über die Grenze nach Québec (Kanada) erstreckt, hatten Angler und Forscher die kranken Fische bereits 2012 entdeckt. Die Anzahl stieg seitdem stetig an. Im Juli veröffentlichte das Forschungsteam schließlich die Ergebnisse der Studie in der Fachzeitschrift „Nature“: Die Welse hatten sich gegenseitig mit der Hautkrankheit angesteckt!

Wie sich die Tiere gegenseitig infizieren

Die Wissenschaftler untersuchten die Tumore der Süßwasserfische und stellten dabei fest, dass diese viel enger miteinander verwandt waren als mit ihrem tatsächlichen Wirt. Das bedeutet, dass der Krebs sich von Tier zu Tier ausbreitet – ähnlich wie bei einer Viruserkrankung.

Betroffen waren vor allem größere Fische im Laichalter. Deshalb vermuten die Forscher, dass die Tiere sich durch direkten Körperkontakt während der Laichzeit mit dem Krebs anstecken. Auch haben sie als Bodenfische Hautkontakt mit ihrer Umwelt und könnten den Krebs auf diese Weise weitergeben. Etwa 30 Prozent der Tiere in dem See seien infiziert.

Können sich auch Menschen anstecken?

Der Lake Memphremagog versorgt mehr als 175.000 Menschen mit Trinkwasser. Doch eine Übertragung des Krebses auf den Menschen schließen die Forscher aus: Die Krebszellen können keine andere Art infizieren oder in ihr überleben. In dem 51 Kilometer langen See ist die Verteilung der kranken Fische gleichmäßig. Deshalb schließen Forscher eine eventuelle Wasserverschmutzung durch eine nahegelegene Mülldeponie als Grund für die Erkrankung der Tiere aus. Zudem seien die Wasserwerte stabil.

Schuld könnte allerdings ein natürlicher, hoher Arsengehalt im umliegenden Boden des Sees sein. Die Forscher untersuchten auch die Fische weiterer Gewässer in Vermont, New Hampshire, Maine und New Brunswick. Auch dort ist der Arsengehalt im Boden erhöht und infizierte Fische wurden gefunden.