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Thiendorf (Sachsen) – Sonnenbrand statt sattgrün! Auf den Plantagen sehen viele Weihnachtsbäume so aus, als hätten sie den Festtag bereits länger hinter sich: braune Triebe, gelbe Nadeln, kahle Stellen. Der Hitzesommer hat sie jetzt schon ruiniert, die Tannen kommen nicht in den Handel. Das verschärft die Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum in diesem Jahr – und treibt die Preise nach oben.

Seit fast 20 Jahren baut Peter Grafe auf einer Fläche von knapp 6 Hektar rund 30.000 Weihnachtsbäume im Landkreis Meißen in Sachsen an, vor allem Nordmanntannen. Doch eine Saison wie in diesem Sommer hat er noch nicht erlebt: „In der ersten Hitzewelle mit fast 40 Grad im Juni ist uns innerhalb von zwei Tagen die Hälfte aller jungen Bäume verbrannt“, sagt er gegenüber BILD. Weil deren Wurzeln noch nicht so lang sind, sind sie besonders anfällig für Trockenschäden durch Dürre. Die Nadeln verfärben sich erst gelblich, werden dann sogar dunkelbraun.

Weihnachtsbäume werden teurer

Ein Drittel des Bestandes ist bis Weihnachten nicht mehr zu retten: „Manche Bäume können kleinere Schäden im nächsten Jahr kompensieren, wenn sie neu austreiben. Die meisten musste ich aber entnehmen. Sie sind unverkäuflich.“ Die bisherigen Preise von etwa 20 bis 30 Euro pro laufendem Meter werden sich deshalb nicht halten lassen. Wie teuer die Bäume genau werden, steht aber noch nicht fest. Grafe: „Das machen wir im Herbst, wenn sich die Schäden genau bemessen lassen.“ Er rechnet mit einem Drittel Verlust.

Große Schäden vor allem in Süddeutschland

Auch der Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger bestätigt die Probleme auf den Plantagen in ganz Deutschland. Verbandschef Eberhard Hennecke: „Die Ernteausfälle liegen in Deutschland bei rund 30 Prozent, da kommen viele Bäume nicht in den Handel. Vor allem im Süden und Südwesten Deutschlands, aber auch in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern sind die Schäden groß.“

Er rät Verbrauchern, früh einen Baum zu kaufen, um noch ein gut gewachsenes Exemplar zu ergattern: „Für viele Weihnachtsfans ist mittlerweile der erste Advent ein guter Zeitpunkt.“ Der fällt dieses Jahr allerdings auf den 29. November. Das ist in gut drei Monaten.