Wegen höherer Kosten für Trumps „Air Force One“ – Boeing schreibt rote Zahlen
Aus dem Ruder laufende Kosten für das neue US-Präsidentenflugzeug haben Boeing im zweiten Quartal tiefer in die roten Zahlen gedrückt als erwartet. Der bereinigte Verlust je Aktie lag mit 76 Cent mehr als doppelt so hoch wie Analysten im Schnitt erwartet hatten (30 Cent), aber niedriger als die 1,24 Dollar Verlust je Aktie, die der Airbus-Rivale ein Jahr zuvor erwirtschaftet hatte.
Der Nettoverlust schrumpfte auf 428 (612) Millionen Dollar. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 24,6 Milliarden Dollar. Allein 280 Millionen Dollar schrieb Boeing erneut auf die „Air Force One“ ab.
Die US-Regierung hatte 2018 zwei Maschinen vom Typ Boeing 747-8 für einen Fixpreis von 3,9 Milliarden Dollar bestellt. Doch Boeing liegt bei dem Auftrag vier Jahre hinter dem Zeitplan und mehr als eine Milliarde über dem Budget. 2028 sollen die Maschinen nun ausgeliefert werden. Präsident Donald Trump behilft sich in der Zwischenzeit mit einer 747-8, die ihm von Katar überlassen wurde.
Boeing verbuchte im zweiten Quartal aber – unter anderem dank höherer Anzahlungen von Kunden – einen Mittelzufluss (Free Cash-flow) von 631 Millionen Dollar; ein Jahr zuvor waren noch 200 Millionen abgeflossen. Für das Gesamtjahr bleibt Boeing bei dem Ziel eines Free Cash-flow von einer bis drei Milliarden Dollar.
Es wäre das erste Mal seit 2023, dass diese Kennziffer positiv ausfallen würde. Der Flugzeugbauer fährt gerade die Produktion seines Verkaufsschlagers 737 MAX hoch, Nahziel sind 47 Auslieferungen pro Monat.