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Berlin – Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) unterbricht seinen Urlaub in Italien und ist auf dem Weg zurück nach Deutschland. Dobrindt nimmt heute Abend an einer Lagebesprechung am Leipziger Flughafen mit allen Chefs der deutschen Sicherheitsbehörden teil. Auch der sächsische Innenminister Armin Schuster (65, CDU) sowie Bundespolizei-Präsident Dieter Romann (64) und Verfassungsschutz-Chef Sinan Selen (54) sollen an dem Sondertreffen teilnehmen.

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (70), der sich derzeit ebenfalls im Urlaub in Bayern aufhält, wurde nach BILD-Informationen über den Vorfall informiert. Demnach informierte Innenminister Dobrindt den Kanzler über die aktuelle Lage am Flughafen Leipzig/Halle.

Vier ukrainische Flugzeuge in unmittelbarer Nähe

Hintergrund ist ein Vorfall, der die Sicherheitsbehörden seit der Nacht in Alarmbereitschaft versetzt. Auf dem Vorfeld des Flughafens Leipzig/Halle wurde eine Drohne entdeckt, an der sich ein Sprengsatz befand. Der Fund löste einen Großeinsatz von Bundespolizei, Entschärfern und weiteren Sicherheitskräften aus. Zeitweise wurde der Flugbetrieb eingestellt. Ein Krisenstab wurde eingerichtet. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich vier ukrainische Antonov-Transportmaschinen auf dem Flughafengelände. Leipzig/Halle gilt als wichtiger Luftfrachtstandort und als bedeutender Knotenpunkt für Transporte im Zusammenhang mit der Unterstützung der Ukraine.

Sprengstoff an Bord, Zünder vielleicht defekt

Nach BILD-Informationen ist allerdings noch immer nicht abschließend geklärt, wie groß die tatsächliche Gefahr durch die Drohne war. Ermittler fanden zwar einen mutmaßlichen Zünder an dem Fluggerät. Ob dieser funktionsfähig war oder schon vorher beschädigt wurde, prüfen die Ermittler noch.

Nach bisherigen Erkenntnissen könnte der Zünder bereits abgerissen oder defekt gewesen sein. Eine abschließende Bewertung liegt bislang nicht vor. Die an der Drohne befestigte verdächtige Masse schlug bei ersten Tests auf Nitrate an. Nach bisherigen Erkenntnissen soll es sich um ein Gemisch aus Düngemittel und Benzin gehandelt haben, einen vergleichsweise einfach herzustellenden Sprengstoff.

Flugzeug prallt gegen unbekanntes Objekt

Ein DHL-Frachtflugzeug aus Marseille, das wegen der Sperrung des Flughafens Leipzig durchstarten musste, kollidierte rund sechs Kilometer vom Flughafen entfernt in etwa 400 Metern Höhe mit einem unbekannten Gegenstand. Die Maschine konnte zwar sicher auf dem Flughafen Hannover landen, dort wurden jedoch leichte Schäden im Frontbereich festgestellt. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte, dass das Flugzeug in der Luft „anscheinend mit etwas kollidiert“ sei.