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Weiße Weihnachten! Davon träumt wohl ganz Deutschland: Schneeflocken an Heiligabend, weiße Dächer, eine dicke Schneedecke unter dem Tannenbaum im Vorgarten. Jetzt tauchen in Medien die ersten Wetter-Trends für Weihnachten 2026 auf. Aber können wir wirklich auf Schnee hoffen?

Die harte Antwort: Ob es Weihnachten schneit, weiß heute noch niemand. Eine konkrete Vorhersage für den 24. Dezember ist Mitte Oktober unmöglich.

Was die Wettermodelle verraten

Die Modelle zeigen lediglich grobe Trends für den gesamten Dezember. Und ausgerechnet die fallen für Schneefans derzeit eher enttäuschend aus: Der Dezember könnte eher etwas wärmer als üblich werden. Eine CFS-Wetter-Karte der US-Wetterbehörde NOAA zeigt einen Temperaturanstieg für Dezember. Ist damit der Traum von weißen Weihnachten vorbei? Nein, denn es gibt noch ein anderes Wetterphänomen.

Gewaltiger El Niño baut sich auf

Spannend wird dieser Winter durch ein außergewöhnliches Wetterphänomen im Pazifik: Seit Wochen warnen Wetter- und Klimaexperten vor einem außergewöhnlich starken El Niño. Das Wetter in vielen Teilen der Welt wird dadurch beeinflusst. Doch ob ein Super-El-Niño einen Super-Winter in Deutschland bringt, lässt sich nicht zuverlässig ableiten.

Das sagen die Wetter-Experten

Diplom-Meteorologe Dominik Jung zu BILD: „Ausgeschlossen ist es nicht, aber eine seriöse Aussage für einen bestimmten Tag ist zehn Wochen im Voraus nicht möglich. Ein starker El Niño kann die Großwetterlage über Europa zwar beeinflussen. Dieser Einfluss ist bei uns aber deutlich schwächer und unsicherer als etwa in Nordamerika. Man sollte ihn als Signal verstehen, nicht als Schneegarantie.“

Klimatologe Dr. Karsten Brandt: „Wie das Wetter zu Weihnachten wird, ist noch sehr spekulativ. Es gibt noch keine zuverlässige Prognose. Doch ich kann ein Beispiel nennen, wie schnell sich das Wetter ändern kann: Nächste Woche gibt es einen kräftigen Ostwind, der auch uns erreicht. Die Temperaturen sinken stark. Die Folge ist, dass es in der Ukraine und im östlichen Mittelmeerraum schneien kann. Schnee werden wir aber noch nicht bekommen, weil die Temperaturen im Oktober bei uns noch zu hoch sind. Doch sollte so ein eisiger Ostwind im Dezember Deutschland erreichen, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Schneefalls.“

Wann die Vorhersage möglich ist

Diplom-Meteorologe Tobias Reinartz vom Deutschen Wetterdienst zu BILD: „Vielleicht kann man eine Woche vor Weihnachten einen Trend sehen. Drei Tage vorher wäre zuverlässiger. Doch laut Statistik sind die Kältebedingungen im Januar und Februar höher. Und im November und Dezember gelten eher milde und windige Bedingungen in Westeuropa.“

Der Schnee-Traum lebt weiter. Mehr aber leider noch nicht.