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Omaha – Jahrzehntelang verschlang Warren Buffett Geschäftsberichte, Bilanzen und Zeitungen. Jetzt hat die Börsen-Legende mit 96 Jahren ein ganz anderes Abendprogramm für sich entdeckt. Fast jeden Abend sitzt Buffett vor seinem Fernseher und lässt sich vom YouTube-Algorithmus durch die Videowelt treiben. Und was das „Orakel von Omaha“ dort schaut, ist ziemlich überraschend.

Wer jetzt mit Börsenanalysen, Firmenbilanzen und Wirtschaftsvorträgen rechnet, liegt ziemlich daneben. Buffetts Algorithmus liefert unter anderem Glenn Close, Werbespots aus den 1950er-Jahren, eine Dokumentation über den umstrittenen US-Anwalt Roy Cohn und „O’zbekiston Got Talent“, die usbekische Variante der bekannten Talentshow.

Auch alte Frank-Sinatra-Auftritte und Videos seines 2023 gestorbenen Freundes und Geschäftspartners Charlie Munger schaut sich Buffett an, wie das „Wall Street Journal“ berichtet. Seine langjährige Freundin Sharon Osberg sitzt dabei offenbar regelmäßig neben ihm. Ihr Urteil: Buffetts Geschmack ist ziemlich breit gefächert.

Vom Workaholic zum Show-Fan

Besonders kurios wird Buffetts neues Hobby durch seine jüngste Milliardenwette. Denn Berkshire Hathaways jüngste Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC zeigt: Zum 30. Juni hielt der Konzern Alphabet-Aktien im Wert von rund 37,8 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 32 Milliarden Euro. Damit gehört die Google-Mutter inzwischen zu den größten Aktienpositionen von Berkshire. Und wer hat die Milliardenwette eingefädelt? Buffett selbst. In einem CNBC-Interview im Juli sagte er: sagte: „I initiated it.“ Also: „Ich hab's angestoßen.“

Bei YouTube klingelt die Kasse

Und bislang hat sich Buffett da einen echten Wachstumsriesen ausgesucht. YouTube machte allein mit Werbung im zweiten Quartal 2026 gut 11 Milliarden Dollar Umsatz. Ein Jahr zuvor waren es rund 9,8 Milliarden Dollar. Ein Plus von etwa 13 Prozent.

Alphabet insgesamt setzte innerhalb von nur drei Monaten knapp 120 Milliarden Dollar um, 24 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Über Alphabet sagte Buffett im CNBC-Interview sogar, er habe früher einen Fehler gemacht, nicht eingestiegen zu sein.