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Die verheerenden Waldbrände in Südeuropa halten Behörden und Löschtrupps in Atem. Im Südwesten Frankreichs wurde sogar eine der größten Evakuierungsaktionen in der Geschichte des Landes ausgelöst. Spanien hat den Notstand ausgerufen. Es stellt sich die dringende Frage, welchen Anteil der Klimawandel an den Katastrophen haben könnte und wie schlimm es in Zukunft noch werden wird.

Grundsätzlich: Die allermeisten Feuer in Wald, Busch und Wiesen entstehen, weil Menschen sie entzünden, meist unabsichtlich. Weniger als zehn Prozent werden auf natürliche Weise durch Gewitterblitze entfacht. Von allen geklärten Waldbränden im vergangenen Jahr in Deutschland konnten 96 Prozent auf Menschen zurückgeführt werden. Im Sommer lodern die meisten Feuer, weil dann besonders viele Menschen in der Natur unterwegs sind – hat es lange nicht geregnet, steigt das Brandrisiko (übrigens auch im Winter).

Brände durch Blitze sind zwar deutlich seltener, lodern aber häufiger in abgelegenen Gebieten und deshalb oft länger und größer, weil sie erst spät gelöscht werden können. In Kalifornien etwa steigt das Feuerrisiko auch deshalb, weil immer mehr Menschen ihre Häuser in Naturnähe bauen und häufiger Brände auslösen.

Werden Waldbrände häufiger?

Langfristige Daten dokumentieren global eine Abnahme von Feuern. Ursache ist in den jüngsten Jahrzehnten vor allem ein Rückgang von Grasland- und Savannenbränden infolge veränderter Landnutzung, schnellerer Feuerwehren und der Verringerung von Rodungsfeuern. Auch die Abgasmengen von Feuern sind weltweit weiterhin rückläufig, sie haben im vergangenen Jahr ein Minimum erreicht.

Während Buschfeuer abnahmen, brennen in manchen Regionen verstärkt die Wälder. Global gibt es bei der Fläche verbrannter Wälder zwar keinen Trend, doch seit der Jahrtausendwende scheinen Waldbrände in den hohen Breiten Nordamerikas und Sibiriens zuzunehmen, was mit verstärkter Dürre durch den Klimawandel erklärt wird.

Auch die Zahl von „Feuerwetter“-Tagen (gemeint ist: anhaltende Trockenheit) nimmt im weltweiten Durchschnitt zu. Die globale Erwärmung verlängert örtlich Dürrezeiten, was Feuer begünstigt. Satellitendaten deuten seit gut 20 Jahren darauf hin, dass vermehrt extreme Waldbrände auftreten.

Wie ist es in Südeuropa?

Langfristige Daten zeigen abnehmende oder stabile Brandflächen seit 1980. Hitze und Trockenheit nehmen am Mittelmeer zwar zu, was dem Klimawandel geschuldet zu sein scheint, doch bessere Feuerbekämpfung senkte die betroffenen Gesamtflächen. Trotz klimatischer Belastung gehen die Brandflächen in Spanien, Italien, Portugal, Griechenland zurück.

Allerdings traten zuletzt extreme Feuerjahre auf, etwa in Portugal 2017 und in Griechenland 2021 und 2023. In Spanien und Portugal entfällt ein wachsender Anteil der jährlichen Brandfläche auf wenige große Feuer, was die Sorge vor zunehmenden Extremfeuern befördert.

Wie ist die Entwicklung in Deutschland?

In Mitteleuropa und insbesondere in Deutschland wird die von Bränden betroffene Fläche seit Langem kleiner. Der Trend folgte vor allem strengeren Vorsorgemaßnahmen und forstlicher Bewirtschaftung.

Jahre mit mehr Feuern wie 1992 und 2022 sind die Ausnahme; im Vergleich zu den großen Bränden in den 1960er- und 70er-Jahren fielen sie aber klein aus. Seit 2018 verzeichnen Ökologen zwar eine leichte Zunahme von Waldbränden in Deutschland, allerdings weiterhin auf niedrigem Niveau.

Der UN-Klimarat, der das Klimawissen zusammenträgt, erwartet langfristig mit „mittlerem Vertrauen“ in seinem jüngsten Sachstandsbericht für die Zukunft eine Zunahme von Waldbrandwetter in Deutschland. Forstwissenschaftler streiten darüber, wie Wälder hierzulande am besten auf heißere und trockenere Sommer vorbereitet sein sollten, um das Entstehen großer Feuer zu unterbinden.

Ausgetrocknetes Totholz kann wie ein Scheiterhaufen wirken; trockene, mächtige Humusschichten brennen wie Zunder und können unterirdisch weiter schwelen. Dichte Wälder und Nadelholzbestände begünstigen schwer beherrschbare Kronen- oder Vollfeuer.

Experten sehen weiterhin Mängel bei Vorsorge und Bekämpfung: Fehlende Zufahrtswege, Löschwasservorräte, Hubschrauber und spezialisierte Ausrüstung können dazu führen, dass Brände nicht früh genug eingedämmt werden.

Das sagen die Zukunftsszenarien der Klimaforscher

Waldbrandwetter dürfte im Zuge der Erwärmung regional zunehmen, doch ob auch mehr Feuer entstehen, ist damit nicht geklärt – Vorsorge entscheidet über die Entwicklung.

Bis Mitte des Jahrhunderts erwartet der UN-Klimareport regional mehr Waldbrand-Wetterlagen – also mehr Dürre. Regionaler Schwerpunkt wäre demnach auch der Mittelmeerraum.