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Berlin – 37 Jahre nach dem Mauerfall gewinnt eine sozialistische Partei mit Spitzenkandidatin Elif Eralp (45, Die Linke) die Wahl zum Abgeordnetenhaus in Deutschlands Hauptstadt. Insgesamt gaben mehr als 468.000 Berliner ihre Stimme den Linken.

BILD dokumentiert die wichtigsten Ergebnisse der Wahltagsbefragungen von Infratest (ARD) und Forschungsgruppe Wahlen (ZDF).

Die Linke holt das beste Ergebnis ihrer Geschichte in Berlin und kommt laut Wahlleitung auf 25,7 Prozent. Damit übertraf die Partei ihr 25 Jahre altes bisheriges Rekordergebnis von 22 Prozent deutlich. Im Vergleich zur Wahl von 2021 hat sie ihren Stimmenanteil mehr als verdoppelt (+13,4 Prozentpunkte).

Linke räumte bei den Jüngsten ab

In der Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen wählten 43 Prozent die Linken. Mit 31 Prozentpunkten Abstand folgen Grüne und AfD mit jeweils 12 Prozent. Die CDU landet bei 8 Prozent, die SPD bei 7 Prozent. Bei den 25- bis 34-Jährigen kommt die Linke sogar auf 49 Prozent.

Bei Wählern, die sich noch gut an die DDR erinnern können, sind ihre Werte wesentlich schlechter: 19 Prozent der 45- bis 49-Jährigen machten ihr Kreuz bei den Linken und 16 Prozent der 60- bis 69‑Jährigen. Und bei Berlinerinnen und Berlinern, die über 70 Jahre alt sind, kam die Partei nur auf 14 Prozent.

Und so wählten die Arbeiter

Die meisten Arbeiter wählen AfD: 29 Prozent. Dann folgt die Linke mit 25 Prozent. Die SPD kommt auf gerade einmal 6 Prozent. Bei finanziell schlecht gestellten Wählern in Berlin dominieren AfD mit 25 Prozent und Linke mit 32 Prozent.

Besonders stark war die Linke im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Dort lag sie mit rund 44 Prozent klar vor den Grünen (21 Prozent). Bei der Wahl 2023 waren die Grünen mit 33,5 Prozent noch klar vor der Linken (21,1 Prozent).

Diese Themen lockten die Wähler zur Linken

54 Prozent der Berliner interessieren sich besonders für Mieten und den Wohnungsmarkt. Es folgen Staus und Verkehr (23 Prozent) sowie Kriminalität (18 Prozent).

61 Prozent der Berliner insgesamt und 91 Prozent der Linken-Wähler unterstützen die Ablehnung der schwarz-roten Reformen der Bundesregierung, z.B. in Sachen Rente und Gesundheit.

Für ihr Programm „Enteignen“ als Politik gegen Wohnungsnot hat die Linke insgesamt 37 Prozent Zustimmung erhalten. Die eigenen Wähler wollen dies zu 80 Prozent. Und auch Grün-Wähler unterstützen solch krasse Eingriffe in die Rechte von Immobilieneigentümern mit 52 Prozent.

Nur 9 Prozent der Linken-Wähler halten die Partei beim Thema Wirtschaft für kompetent – und nur 12 Prozent beim Thema Kriminalität. So verwundert es nicht, dass der berüchtigte Clan-Chef Issa Remmo (57) auf Wahlpartys der Linken auftauchte.

Zentralrat der Juden besorgt wegen Linke-Sieg

Besorgniserregend: 60 Prozent der Berliner unterstützen die Kritik der Linken am Staat Israel. Unter den Mitgliedern der Linken sind sogar 88 Prozent.

Der Zentralrat der Juden zeigt sich besorgt. Die Linke sei im Wahlkampf wiederholt mit antisemitischen Grenzüberschreitungen aufgefallen, sagt Zentralratspräsident Josef Schuster: „Dass eine Partei, auf deren Wahlkampfbühne offen der Tod von Menschen gefordert wurde, als Siegerin aus der Wahl hervorgeht, beunruhigt mich zutiefst.“ Es sei zum Tod israelischer Soldaten und zur Intifada aufgerufen worden, im Publikum sei dazu getanzt worden. Unter der Intifada versteht man gewalttätige und tödliche Angriffe auf den Staat Israel und seine Bürger.