Wolfsburg – Die Sorge vor Stellenabbau und der Schließung ganzer Standorte belastet die Stimmung bei Volkswagen. Kurz vor neun Betriebsversammlungen in den deutschen Werken stellt die Belegschaft der Konzernspitze ein miserables Zeugnis aus. Sie kritisiert eine „desaströse Kommunikation nach außen durch den Vorstand“. Das führe dazu, dass Mitarbeiter und ihre Familien „verunsichert und verängstigt“ seien. Das ist das Fazit einer Befragung durch den Betriebsrat.
Im Intranet wurden die Ergebnisse am Montag veröffentlicht. Die Stimmungslage wurde vergangene Woche online abgefragt. Der Betriebsrat fragte auch nach Perspektiven für die bedrohten Standorte Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk Neckarsulm. Für sie gebe es aktuell „keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre“, hatte VW-Chef Oliver Blume (58) am Freitag noch einmal konzernintern betont.
Ab Dienstag sollen Mitglieder des VW-Vorstands der Belegschaft Rede und Antwort stehen zu den Sparmaßnahmen und dem Leitziel 2030. Blume selbst tritt in Wolfsburg, Zwickau und Emden vor die Mitarbeiter. Zudem sind bis kommenden Montag Betriebsversammlungen in Chemnitz, Dresden, Kassel, Braunschweig, Salzgitter und Hannover geplant. Zu BILD sagte der Firmen-Boss: „Alle müssen mitziehen. Wir haben den größten Transformationsplan in der Geschichte des Volkswagen-Konzerns aufgesetzt.“
Noch am Montagabend wird Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (59, SPD) mit Kultusministerin Julia Willie Hamburg (40, Grüne) das Werk von VW Nutzfahrzeuge in Hannover besuchen. Auf Einladung des Betriebsrats sind auch Treffen an den Standorten Emden und Osnabrück geplant. Lies und Hamburg sitzen im Aufsichtsrat des Autobauers. Das Land ist Anteilseigner und hat ein Vetorecht in dem Kontrollgremium.