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Berlin – Das Baby-Glück von Unionsfraktionschef Jens Spahn (46) und seinem Ehemann Daniel Funke (44) sorgt weit über die Politik hinaus für Wirbel. Während viele dem Paar zur Geburt seines Sohnes gratulieren, entfacht der Weg zum Familienglück über eine Leihmutter in den USA eine heftige Debatte. Zahlreiche Medien werfen Spahn Doppelmoral vor – und gehen mit ihm hart ins Gericht.

„Spiegel“

Das Magazin „Spiegel“ hält Spahns Verhalten für „politisch und moralisch verwerflich“. Besonders scharf fällt der Vorwurf aus, Spahn habe die Leihmutterschaft jahrelang politisch abgelehnt, sie nun aber selbst genutzt. „Andernfalls bleibt der Eindruck, dass er sich als gut verdienender Spitzenpolitiker ein Privileg erkauft hat, das er anderen politisch verwehren wollte.“ Spahn solle seinen Sinneswandel erklären. Sonst gelte: „Das Private ist und bleibt politisch.“

T-online

Auch bei T-online überwiegt die Kritik. Dem Paar wünsche man persönlich alles Gute. Politisch sei Spahns Verhalten jedoch „bigott“. Spahns Verhalten stehe „im Widerspruch zur Linie seiner Partei“ – und daran wolle er „ganz offenkundig auch nichts ändern“.

Neue Zürcher Zeitung (NZZ)

Die Schweizer Zeitung NZZ spricht von einem Geschäft, bei dem „Kind gegen Geld“ getauscht werde. Es wirke wie „kaum verhohlene Verachtung, wenn sich deutsche Spitzenpolitiker ... dafür feiern lassen, dass sie die Rechtslage ihres eigenen Landes auf kostspielige Weise umgehen“. Spahns und Funkes Jubel „Willkommen auf der Welt, kleiner Mensch“ solle Kritik an der „juristischen Abkürzung“ übertönen.

WELT

Die „WELT“ (gehört wie Bild zu Axel Springer) warnt vor einem Glaubwürdigkeitsverlust des Rechts. „Wenn Spitzenpolitiker ethische Grenzen des deutschen Rechts dadurch relativieren, dass sie Leistungen im Ausland einkaufen, die hierzulande bewusst verboten sind, verliert das Recht an Glaubwürdigkeit.“ Gleichzeitig fordert Autor Frederik Schindler bessere legale Möglichkeiten für gleichgeschlechtliche Paare, Eltern zu werden – etwa über Adoption oder Co-Parenting.

„Fuldaer Zeitung“

„In Spahns Verhalten liegt der Kern aller Politikverdrossenheit im Land: dass Politiker anders reden, als sie handeln.“ Die „Fuldaer Zeitung“ nennt Spahns Vorgehen „heuchlerisch, scheinheilig und bigott“ und hält Rücktrittsforderungen für „nicht aus der Luft gegriffen“. Entweder müsse Spahn künftig „mit ganzer Kraft für die Leihmutterschaft kämpfen“ – oder sich „voll auf den kleinen Georg konzentrieren“.