Washington – US-Vize JD Vance hat Israel mit deutlichen Worten vor weiterer Kritik an der US-Regierung gewarnt. Auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus stellte er klar: Wer in Jerusalem glaube, dass US-Präsident Donald Trump das Problem sei, liege komplett daneben. „Donald J. Trump ist derzeit das einzige Staatsoberhaupt der Welt, das Israel wohlgesonnen ist“, sagte Vance. Und weiter: „Wäre ich im israelischen Kabinett, würde ich wohl kaum den einzigen mächtigen Verbündeten angreifen, den ich weltweit noch habe.“
Vance weiter: „Jeder in Israel, der glaubt, sein größtes Problem sei der Präsident der Vereinigten Staaten, muss aufwachen und die Realität der Lage erkennen, in der sich das Land befindet.“ Vance sagte, der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu habe sich der Kritik zwar nicht angeschlossen, Mitglieder seines Kabinetts aber schon. „Das Problem für Israel ist nicht Donald J. Trump“, betonte Vance.
Berichte über einen angeblich verärgerten Netanjahu wollte der Vizepräsident nicht bestätigen. Ein Medienbericht, wonach der Regierungschef „wütend“ auf die USA sei, entspreche nicht seinen eigenen Gesprächen mit ihm. Allerdings schränkte Vance ein: „Er könnte mit anderen Menschen anders gesprochen haben.“
Israel will Truppen aus dem Libanon nicht abziehen
Trumps Vize machte außerdem deutlich, wie stark Israel seiner Ansicht nach von den USA abhängig ist. Laut Vance stammen zwei Drittel der Verteidigungswaffen, die Israel zuletzt vor Hisbollah-Angriffen schützten, aus US-Produktion – bezahlt mit amerikanischen Steuergeldern
Hintergrund des Streits: Das neue US-Iran-Abkommen betrifft auch den Konflikt im Libanon. Dort kämpft Israel seit Monaten gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah. Teheran fordert, dass sich die israelische Armee aus dem Südlibanon zurückzieht, im Abkommen selbst steht das allerdings nicht ausdrücklich. Dort ist lediglich von der Wahrung der territorialen Integrität des Libanon die Rede.Netanjahu machte nach der Unterzeichnung sofort klar: An einen Rückzug denkt er nicht. Seine Soldaten sollen weiter im Südlibanon bleiben und dort eine Sicherheitszone errichten.