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Washington – Kaum ist das Iran-Friedenspapier unterzeichnet, tobt ein neuer Machtkampf im Weißen Haus. Die Kritik an dem Abkommen mit massiven Zugeständnissen an Teheran wächst. Und US-Präsident Donald Trump (80) bringt sich bereits in Stellung, falls sich der Deal als außenpolitisches Debakel entpuppt. Dann sollen – wie so oft – andere den Kopf dafür hinhalten.

Der Streit um den Iran-Deal beeinflusst auch die Frage, wer eines Tages Trumps Nachfolge bei den Republikanern antreten könnte. Im Zentrum des Wettstreits stehen zwei republikanische Schwergewichte: Vizepräsident JD Vance (41) und Außenminister Marco Rubio (55).

Vance war zuerst Iran-Skeptiker

Vance galt zunächst als Skeptiker des Iran-Kriegs. Dann übertrug Trump ihm die Herkules-Aufgabe, binnen 60 Tagen vor allem die Atomfrage im Detail auszuverhandeln. Der Vize stellte sich anschließend voll hinter das von Trump in der Nacht auf Donnerstag unterzeichnete 14-Punkte-Papier, das den Konflikt vorerst beendet. Vance ist damit das „Gesicht des Deals“ und verteidigte die zentralen Eckpunkte in zahlreichen TV-Auftritten. Er will sich damit auch als „America First“-Friedensmacher in Stellung bringen.

Rubio stumm nach dem Iran-Deal

Rubio taktiert anders. Er gilt als traditioneller republikanischer Iran-Hardliner, soll den Krieg zu Beginn unterstützt und auf einen schnellen Sturz des Mullah-Regimes gehofft haben. Zum jetzigen Deal äußerte er sich bisher nicht. Wie eingefroren stand er neben Trump, als der das Iran-Abkommen verkündete.

Trump scheint das Schattenduell seiner Top-Leute zu amüsieren. Immer wieder gießt er selbst Öl ins Feuer, auch rund um den Iran-Showdown. Bei einem Presseauftritt mit Rubio an der Seite sagte Trump über den Deal: „Wenn es klappt, nehme ich den Ruhm. Wenn nicht, gebe ich JD die Schuld.“ Ein Scherz, fast wie ein Dolchstoß.

Wer wird Trump-Erbe: Vance oder Rubio?

Während diese Aussage Rubio freuen dürfte, behandelte Trump seinen Stellvertreter Vance in anderen Momenten als wahren MAGA-Erben. Der Präsident spielt Vance und Rubio gern auch gegeneinander aus. Laut dem Enthüllungsbuch „Regime Change“ soll er Gäste immer wieder befragen, was sie von den beiden halten. Er erkundigte sich auch beim konservativen Medienzaren Rupert Murdoch (95) – der deutlich positiver über Rubio gesprochen haben soll.

Im Durchschnitt der Umfragen für die kommenden Vorwahlen in weniger als zwei Jahren liegen laut Emerson College Polling Vance (36 Prozent Zustimmung) und Rubio (35 Prozent) nahezu gleichauf. Der Iran-Deal dürfte als Wahlkampfthema bleiben.